Berlin : Hotel-Trio für die City

In Charlottenburg-Wilmersdorf gleich mehrere Projekte geplant

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Über drei Hotelprojekte in der City West hat am Dienstagabend der Bauleitplanungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Charlottenburg-Wilmersdorf diskutiert – mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Scharfe Kritik der CDU und SPD gab es am veränderten Entwurf für einen 60 Meter hohen Büro- und Hotelturm in der „Spreestadt Charlottenburg“ am S-Bahnhof Tiergarten. Die Bezirkspolitiker verweigerten dem Investor Bavaria die so genannte Planreifeerklärung und verlangten ein Gespräch mit Senatsbaudirektor Hans Stimmann. Dieser soll die Pläne laut Architekt Manfred Ortner „gut finden“.

Anders als im Ursprungsentwurf will Ortner das Gebäude an der Straße des 17. Juni nicht mehr einheitlich gestalten. Die Fassade der unteren Stockwerke mit dem Hotel würde sich stark von den Büros im schmaleren Turm darüber unterscheiden. Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) sagte, er sei „fast vom Stuhl gefallen“, als er die überraschenden Änderungen sah. Nur die FDP- und Grünen–Verordneten sahen „keinen Diskussionsbedarf“. Die Bavaria-Projektleiter betonten, dass ein kurzfristig geplanter Verkauf des Areals an einen Immobilienfonds platzen könne. Weil die Bavaria zur landeseigenen Bankgesellschaft Berlin gehöre, drohe der Stadt ein finanzieller Schaden, hieß es. Ob dem Senatsbaudirektor der neue Entwurf tatsächlich gefällt, konnte eine Sprecherin der Bauverwaltung am Mittwoch nicht sagen. Stimmann ist derzeit verreist.

Ein weiteres Thema war der Prager Platz: Dort will der Bauherr Trigon einen Teil des fast fertigen Gebäudeblocks, der als Seniorenresidenz geplant war, zum Hotel umfunktionieren. Bei Seniorenwohnungen sei inzwischen „mangelnde Rentabilität“ zu erwarten, sagten Trigon-Manager. Als Hotelbetreiber stehe die Ramada-Kette bereit. Der Ausschuss vertagte aber den Beschluss über Bebauungsplan-Änderungen. Die Mitglieder wollen zunächst ein neues Gutachten zur voraussichtlichen Verkehrsbelastung lesen.

Grünes Licht gab es für das überarbeitete Bauvorhaben am Messedamm 1 / Ecke Kaiserdamm. Die Gebäude, darunter ein 75-Meter-Turm, sollen nicht mehr nur als Hotel und Büroflächen dienen. Auf Druck der Fraktionen kündigten die Bauherren DaimlerChrysler und Volksbank an, auch ein Wohnhaus zu bauen. Der Ausschuss empfahl der BVV und dem Bezirksamt, einem Bebauungsplan zuzustimmen und so den Weg zur Baugenehmigung zu ebnen. Cay Dobberke

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