Berlin : Huch!

-

VON TAG ZU TAG

Bernd Matthies sieht der Verwaltung ratlos beim Sparen zu

Ach, wir Berliner sind ja leidensfähig. Mit uns kann man sparen, wir tragen das mit, ächzend und stöhnend. Allerdings hätten wir doch gern den Eindruck, dass das Sparen professionell und geordnet vor sich geht. Und nicht so, dass hach! und huch! alle Sparkommissare so lange durcheinander stolpern, bis keiner mehr irgendeinen Durchblick hat.

Und so ist es leider überwiegend. Den bislang letzten Beleg dafür liefert die Schulverwaltung, die zweieinhalb Wochen vor Weihnachten entdeckt hat, dass den Vorklassenlehrern ja seinerzeit die Arbeitszeit gekürzt wurde. Nun sollen sie rasch fünf Tage frei machen, eine Woche also, und das wird wohl darauf hinaus laufen, dass die Vorschule schon am dritten Advent schließt, die Eltern dumm in der Gegend stehen und nach Betreuern für ihre Kinder Ausschau halten müssen – vielleicht erbarmen sich ja die Vorschulerzieher, die in den Zwangsferien Zeit haben könnten.

Verstehen kann dieses Chaos nur, wer die Berliner Angewohnheit kennt, unangenehme Beschlüsse zwar zu treffen, vor den Konsequenzen dann aber die Augen so fest wie möglich zu schließen – so, als werde schon noch irgendein heilsamer Verwaltungsgeist aus der Flasche steigen und alles zum Besten wenden. Doch die Geister sind längst komplett erschöpft, kein Wunder angesichts derartig inkompetenter Verwaltungsarbeit.

Es kann einem schon ein wenig Bange werden für die nächsten Sparjahre.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben