Berlin : Hü oder Hott

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VON TAG ZU TAG

David Ensikat über Abstimmungen, Schließstunden und die Liebe

Wirklich, so geht das nicht. Daran geht doch das Verhältnis RedaktionLeserschaft kaputt. Man wird doch noch Entscheidungen von seiner Leserschaft einfordern dürfen. Hü oder Hott. Oder! Nicht und!

Also worum geht’s? Am Sonntag diskutierten wir Pro und Contra einer Kneipensperrstunde um 22 Uhr. Dem durften Sie, liebe Leserschaft, ihr Votum beigesellen. Und was kam da raus? Beinahe fifty-fifty. 49,2 Prozent sind dafür, 50,8 dagegen. Herrschaften, so geht das nicht! Gewiss gibt es gute Argumente Pro und ebensolche Contra, wir haben sie ja aufgeschrieben. Vielleicht ist es sogar so, dass, statistisch betrachtet, ebenso viele Menschen in bzw. vor den Kneipen sitzen und lärmen wie Anwohner darüber wohnen und leiden. Dann könnte man die Unentschlossenheit des Gesamtergebnisses mit der Wildentschlossenheit der Protagonisten erklären. Aber das nützt ja alles nichts. Wir stehen jetzt da und wissen: Wenn wir mal wieder einen Kommentar zum Kneipenlärm und zur Schließstunde veröffentlichen, dann haben wir die Hälfte der Leserschaft gegen uns. Toll, wirklich ganz toll. Wir wollen doch geliebt werden. Von allen. Dann müssen aber auch alle mitmachen. Eine so exakt gespaltene Leserschaft – das wünscht man ja keinem Konkurrenzblatt. Also, liebe Leser, seien Sie fair, stimmen Sie sich beim nächsten Pro & Contra mal ein bisschen ab.

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