Hüttenweg in Dahlem : Rummel sucht Platz

Heute beginnt das 49. Deutsch-Amerikanische Volksfest – zum letzten Mal am Hüttenweg in Dahlem. Bald wird das Gelände bebaut.

Cay Dobberke

BerlinZum 49. Mal beginnt am Freitag das Deutsch-Amerikanische Volksfest am Dahlemer Hüttenweg – und es gibt neue Hoffnung, dass Rummelveranstalter Richard Simmons 2010 das runde Jubiläum feiern kann. Der Festplatz steht dann wegen eines Bauprojekts nicht mehr zur Verfügung, doch das Bezirksamt will das Volksfest in Steglitz-Zehlendorf halten. Als möglicher neuer Standort gilt ein einstiger Truppenübungsplatz der US-Armee in Lichterfelde.

Bürgermeister Norbert Kopp (CDU) kündigte Verhandlungen mit der Eigentümerfirma Vivico an, die auf der 115-Hektar-Brache an der Osdorfer Straße einst Neubauten geplant hatte. Laut Kopp ruht das Projekt seit Jahren. Simmons sagte, das Areal liege zwar „etwas abseits“, andererseits sei auch das bisherige Gelände kein zentraler Ort – dennoch seien im Vorjahr 460 000 Besucher gekommen. Eigentlich wollte Simmons auf den Flughafen Tempelhof umziehen, dafür sprach sich auch die Berliner US-Botschaft aus. Doch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (beide SPD) lehnten ab.

Auf der Truman Plaza an der Clayallee, die zum jetzigen Festplatz gehört, sollen im kommenden Frühjahr die Bagger rollen. Der Investor Stofanel plant eine familienfreundliche Siedlung mit 150 Wohnungen um einen künstlichen See.

Das Volksfest dauert bis zum 16. August und öffnet täglich um 14 Uhr. Wie üblich steht eine Region der USA im Mittelpunkt. Diesmal lautet das Motto: „Oregon and Washington – The Pacific Wonderland“. Tourismusinformationen dazu gibt es im „amerikanischen Dorf“, das die Hauptstraße einer US-Kleinstadt nachbildet. Musik und Shows laufen auf der „Oregon Trail Bühne“, und in einem Saloon liefern sich Mitglieder des Dodge City Clubs an vier Tagen pro Woche eine gespielte Schießerei. Entspannter geht es bei Strandpartys am „Pacific Ocean Beach“ zu. Außerdem läuft die Ausstellung „US Army in Berlin“, die unter anderem alte Militärfahrzeuge zeigt. Beteiligt sind der Verein „Alliierte in Berlin“ und ein US-Veteranenklub.

95 Schausteller haben Karussells und Buden aufgebaut. Der Eintritt kostet zwei Euro (für Kinder unter 14 Jahren frei). Unter allen Besuchern werden Reisen nach Oregon und Washington verlost. Weitere Reisen kann gewinnen, wer irgendwo in Berlin dem mythologischen, zotteligen Bergwesen „Bigfoot“ begegnet oder seine Fußstapfen entdeckt. Der „Bigfoot“-Darsteller will in verschiedenen Teilen der Stadt unterwegs sein. Mittwochs ist Familientag mit halben Karussellpreisen. Besucher, die als Cowboys oder Indianer erscheinen, haben montags freien Eintritt und können abends an einem Kostümwettbewerb teilnehmen. Motorradfahrer zahlen dienstags am „Biker Day“ keinen Eintritt. Freitags gibt es Ermäßigungen für alle Frauen.

Vom S-Bahn-Chaos ist das Volksfest nicht betroffen. Nebenan liegt der U-Bahnhof Oskar-Helene-Heim, zudem halten in der Nachbarschaft acht Buslinien (M11, 110, N3, X10, 115, 285, 623 und N10).

Informationen: www.deutsch-amerikanisches-volksfest.de

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