Berlin : Hütters Welt: Konkurrenz um Möbelkäufer

Cay Dobberke

Die Kunden des ehemaligen Möbelhauses "Hütters Welt" an der Grenzallee sind begehrt - jetzt bieten ihnen gleich zwei Konkurrenten aus der Branche an, die unerledigten Bestellungen zu übernehmen und geleistete Anzahlungen zu verrechnen. Neben Möbel Hübner will auch die Firma Rahaus einspringen, wie Juniorchef Roman Rahaus gestern ankündigte. Bei Hübner in der Genthiner Straße wird das allerdings als ungebetene Einmischung kritisiert: "Wir sind mächtig verärgert", sagte Verkaufsleiter Rolf Homölle. "Wir haben einen Vertrag mit dem Insolvenzverwalter, der sich auf alle Kaufverträge bezieht."

Die seit dem Konkurs vor einem Monat verunsicherten Hütter-Kunden können jedenfalls aufatmen. Homölle bestätigte, dass vor dem 19. Januar geleistete Anzahlungen ebenfalls voll angerechnet würden. Dies hatten die als Insolvenzverwalter tätigen Anwälte vor der Vereinbarung mit Hübner als fraglich bezeichnet. Seit Montag liegen in der Genthiner Straße mehr als 1000 Kaufverträge vor. Wie berichtet, schreibt Möbel Hübner nun an alle Betroffenen. "Die Briefe müssten bis Anfang nächster Woche überall ankommen", heißt es.

Hübner will mit seiner Initiative "den etwas angeschlagenen Ruf der Branche aufpolieren". Natürlich gehe es auch um den Imagegewinn für das eigene Unternehmen, sagt der Verkaufsleiter. Die Anzahlungen betragen nach seiner Schätzung durchschnittlich 20 Prozent des Kaufpreises. Die Summen gehören zur Konkursmasse der Firma Hütter und fließen voraussichtlich den Banken zu. Diese sichern sich bei Kreditvergaben nämlich üblicherweise das erste Zugriffsrecht im Konkursfall - was zu Lasten von Kunden des Schuldners gehen kann. In diesem Fall aber "tragen wir den Verlust der Anzahlung", so Homölle. Welche Kosten dadurch entstünden, könne er noch nicht sagen. Die Gewinnspanne beim Möbelverkauf gleiche diese aber "sicher nicht" aus.

Die Firma Rahaus rechnet anders. Sollten Hütter-Kunden das eigene Angebot zur Möbellieferung nutzen, dürften sich Einnahmen und Ausgaben bei "plusminus Null" einpendeln, meint Roman Rahaus. Über die Käuferadressen verfügt er nicht und plant deshalb kein Rundschreiben. Der Juniorchef sagt, auch er habe intensiv mit den Insolvenzverwaltern verhandelt und bisher sechs Hütter-Mitarbeiter übernommen. Die Vorwürfe des Konkurrenten Hübner sieht Rahaus gelassen. "Es ist ja nur ein Angebot."

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