Berlin : Hunde, wollt ihr ewig stinken!

Deike Diening

Aus den möglicherweise Millionen bringenden Ideen, die man im Sommer am Strand so vor sich hin spinnt, ist schon oft nichts geworden, wenn man dann wieder zu Hause war. Aber als die Berlinerin Karin Stobbe vor zwei Sommern auf Mallorca Wein trank, saß ihr gegenüber Walther Bischoff, Erfinder aus dem Enneppetal. Sein Sohn Oliver sei auch Erfinder, erzählte Erfinder Senior und der habe da eine ganz neue Idee gehabt: eine Hundewaschmaschine.

Eigentlich war sie aus der Not geboren (bei Erfindern müssen die Nöte groß sein, sonst wären sie keine Erfinder geworden), weil der eigene Hund beim Baden die Wanne zerkratzt und verdreckt hat. "Das könnte doch gehen", sagte sich aber auch Karin Stobbe. Ist Berlin nicht die Stadt der Hunde? Und so kam es, dass Karin Stobbe, die selbst gar keinen Hund hat, in Berlin die erste Hundewaschmaschine der Welt vertreibt.

Frechdachs, diese fünf Monate alte Mischung aus Pudel und Cockerspaniel wird normalerweise in der Wanne gebadet, so zweimal die Woche mit einem speziellen Hundeshampoo. Heute in der Waschanlage guckt er, als würde er Cabrio fahren, so lange das durchsichtige Spritzwasserverdeck noch geöffnet ist. Ein Cabrio allerdings, bei dem man nasse Füße bekommt. Denn wenn man den Spritzwasserdeckel schließt, kann man den Hahn aufdrehen. Dann zielt das Wasser durch Düsen auf halber Höhe auf den Vierbeiner.

Und wenn man genau hinguckt, handelt es sich nicht wirklich um eine Waschmaschine. Weder dreht sich eine Trommel, noch gibt es eine Programm- oder Zeitvorwahl. Es ist eher so etwas wie eine Waschstraße oder eine eigene Duschkabine: ein Plastikbehälter mit Wasserdüsen und eigenem Ablauf.

Durch zwei Löcher an der Seite kann man den Schmutz abrubbeln oder den Hund streicheln. "Für Hunde gibt es so etwas noch nirgends", sagt Karin Stobbe, die die in Italien gefertigten Geräte jetzt in Blau und Weiß auf Lager hat. "Soweit ich weiß, gibt es in Frankreich so etwas Ähnliches für Katzen, was ganz Sanftes, mit einem Föhn - aber da will ich mich gar nicht erst drauf einlassen." Die Verbindung von Wasser mit Strom ist ihr dann doch zu heikel.

Und ist dieses Gerät jetzt die Alternative für alle dreckigen Hunde Berlins? Nicht ganz. Die großen ungewaschenen Tölen passen nicht in das Gerät. Die kleinen hellen Pudel und Pinscher und Terrier aber sehr wohl. "Die älteren Leute stellen sich den Behälter dann auf einen Tisch oder eine Arbeitsplatte, damit sie sich nicht mehr zum Hund in die Wanne beugen müssen", erklärt Karin Stobbe. Und auch mit der zerkratzten Wanne habe es ein Ende. Der Anschluss des gut ein Meter langen Schlauches passt an jeden Standardwasserhahn, und bei 249 Mark für eine Waschmaschine - da würde ja jeder Hund zuschnappen.

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