Berlin : Hundeleben

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Von Christian van Lessen

Unter rund 140 000 an und unangemeldeten Berliner Hunden ist sie vielleicht wirklich die Schönste: „Aisha“ heißt sie, und ihr verschleierter Blick geht in die Tiefe. Sie sieht auf ihrem Bewerbungsfoto etwas mürrisch aus, aber welcher Hund grinst schon in die Kamera? Aisha ist flink, wie es nur ein Windhund sein kann. Sie ist Siegerin eines Schönheitswettbewerbs unter 66 Kandidaten, die wochenlang im Internet abgebildet waren. 4000 Besucher der Webseite wählten aus. Ronja, Titus und Daisy folgen auf den Plätzen, Püppi, Wolfgang und Schnatterinchen sind immerhin gutes Mittelfeld.

Die Preise wurden bei einer Hundeparty im feinen Grunewald-Restaurant vergeben. Aisha wird nun sehr auf ihre schlanke Linie achten müssen, denn es gab für einen Monat tolles Futter gratis, Ronja erhielt für die Ausfahrt eine Cabrio-Brille, und Titus immerhin noch einen Gutschein über 30 Euro.

Auf der Party wurde, von zufriedenem Gebell untermalt, über die Menüwahl diskutiert, über pflanzliche Basis mit Möhren, Gemüse und Korn, aber auch über Rinderlunge, Pansen, Spezial-Schonkost mit leicht bekömmlicher Diät, auch für Ältere und Übergewichtige. Warum stockt die Feder? Uns fallen gerade Zweibeiner ein, die auf Berlins Straßen betteln wie lange nicht mehr und die auch irgendwie Hunde sind, ganz arme.

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