Berlin : Iberia leitet Flüge auf Tegel um

Wie Passagiere erfahren, wo sie starten und landen.

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Die Spanier trauen es den Deutschen offenbar nicht mehr zu, den Flughafen BER in den nächsten Monaten in Betrieb zu nehmen. Die Fluggesellschaft Iberia war die erste Airline, die schon am Donnerstag ihre eigentlich über den neuen Flughafen Willy Brandt abzuwickelnden Flüge auf den alten Airport Tegel verlegt hat. „Das war die erste Fluggesellschaft, die die Information in unser Buchungssystem eingespielt hat“, sagt Marlies Koch vom Reisebüro Passat Reisen in Kreuzberg. Eine Kundin hatte beispielsweise einen Linienflug gebucht von BER über Madrid nach Santiago de Chile: Der geht nun am 13. Juli hin und am 25. Oktober zurück – beide Male über Tegel. Die Iberia-Kunden kann die Reisebüromitarbeiterin jetzt schon über Änderung des Abflug- und Ankunftsortes informieren. Dann klingelt wieder das Telefon: Der nächste Urlauber will wissen, ob das Reisebüro schon weiß, von wo denn sein BER-Flug stattdessen abgehe.

Mehrere Millionen Urlauber und Dienstreisende in Berlin und aller Welt müssen Reisebüros, Reiseveranstalter und Fluggesellschaften so schnell wie möglich in Kenntnis setzen. „Wir schicken an die Passagiere, sobald wir genaues wissen, E-Mails raus“, sagt eine Callcenter-Mitarbeiterin der Billigfluglinie Ryan Air, „und wir gehen davon aus, dass wir unsere Flüge, wie bisher, nun weiter über Schönefeld alt statt über Schönefeld neu abwickeln.“

„Die Nachricht kam ziemlich überraschend, auch für uns“, sagt Mathias Brandes, Sprecher von Thomas Cook. Jetzt beantrage man in Absprache mit den Flughafenbetreibern, den Gesellschaften und der Flugsicherung neue „Slots“. Brandes hofft, innerhalb der nächsten zwei Wochen Auskünfte zum veränderten Flughafen und möglicherweise auch Flugzeiten zu bekommen, um dann die Kunden informieren zu können. „Wenn die Zeit reicht, schicken wir noch neue Reiseunterlagen raus“, sagt der Thomas-Cook-Sprecher – oder werde die Reisenden übers Telefon, per Post oder Mail unterrichten. „Natürlich nach Terminen gestaffelt und diejenigen zuerst, die am 3. Juni ab BER fliegen wollten.“ Unzählige Sommerurlauber seien betroffen, die mit Öger Tours, Neckermann, Air Martin oder Bucher Last Minute verreisen.

Die Fluggesellschaft Air Berlin wollte ihre Kapazitäten von und nach Berlin nach Eröffnung des neuen Airports mit dem Sommerflugplan um acht Prozent steigern. „Die Zeichen stehen gut, dass das auch weiterhin klappt“, sagte eine Sprecherin. Doch noch habe man keine Bestätigung, wann die Air-Berlin-Flüge genau nun statt ab BER wieder in TXL landen und starten. „Sobald wir das wissen, informieren wir die Kunden über die Post- und Mailadressen oder Rufnummern, mit denen sie sich bei uns angemeldet haben.“ Air Berlin richtete schon in der ersten Nacht nach Bekanntwerden des verschobenen Eröffnungstermins eine „Task Force Tegel“ ein, um den zusätzlichen Aufwand bewältigen zu können. Annette Kögel

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