Berlin : ICE stoppt mit Panne auf freiem Feld

Potsdam/Berlin – Erst gab es heftigen Gestank – dann ging nichts mehr: Zwischen Berlin und Wolfsburg ist am Freitagabend im Wochenendverkehr ein ICE mit 700 Fahrgästen wegen eines Schadens des Triebfahrzeugs auf halber Strecke liegen geblieben. Der Zug wurde evakuiert, ab 19.25 Uhr gab es im Verkehr am Abend erhebliche Verspätungen. Wie eine Bahnsprecherin dem Tagesspiegel sagte, wurde der Fernverkehr vorübergehend über Magdeburg umgeleitet.

Ein Passagier berichtete dem Tagesspiegel, es habe plötzlich „stark gestunken". Kurz darauf wurden die Fahrgäste informiert, dass der Zug wegen eines Achsbruches nicht weiterfahren könne. Vermutlich gab es da im Stress Abspracheprobleme – denn bei der Deutschen Bahn hieß es am Abend, die Technik habe dem Zugführer zwischen Stendal und Oebisfelde einen „Triebfahrzeugschaden“ angezeigt mit der Maßgabe, er dürfe nicht mehr weiterfahren – Ziel war Basel.

Laut Schilderungen des Passagiers aus Berlin wurden die Fahrgäste nach zwei Stunden Wartezeit in einen anderen, ebenfalls gut besetzten ICE in Richtung Wolfsburg umquartiert. Die Bahn hatte dafür aus beiden Richtungen Züge anrollen lassen, in die die Fahrgäste über Laufstege von Tür zu Tür umsteigen konnten, aufs freie Feld musste niemand. „Wir danken auch den Mitarbeitern der Feuerwehren und der Bundespolizei“, sagte die Bahnsprecherin am Abend – diese halfen dabei, die Passagiere möglichst ohne Aufregung in den leeren Zug beziehungsweise den langsam heranfahrenden ICE nach Köln umzuquartieren.

Im neuen Zug blieben die Passagiere aber lange im Unklaren, wohin die Reise von nun an gehen sollte, sagte der Fahrgast. Erst im Gespräch mit anderen Passagieren erfuhren die aus Berlin kommenden Fahrgäste, dass der „neue“ Zug auf dem Weg nach Köln war. Daraufhin beschlossen viele, in Wolfsburg auszusteigen. Die Bahn kündigte dann einen Ersatzzug nach Basel an, der ließ allerdings Stunden auf sich warten. las/kög

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