Berlin : Ich bau mir einen Hort

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Bis zum Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses gingen die Eltern dieser Lichterfelder Kinder, um zum Schuljahresbeginn die Nachmittagsbetreuung ihrer Erstklässler zu erreichen. Mangels öffentlicher Hortplätze griffen hier rund ein Dutzend Familien zur Eigeninitiative und rüsteten auf eigene Kosten den Altbau (im Bildhintergrund) hortgerecht um. Dabei wurden die erstaunten Väter und Mütter allerdings mit den amtlichen Hygiene und Bauvorschriften konfrontiert: Ein nervenaufreibendes Behördentauziehen begann. „Wir sind überreguliert“, gibt die grüne Jugendstadträtin von Steglitz-Zehlendorf, Anke Otto, zu und hat sich vorgenommen, im Senat für eine Entstaubung der Vorschriften zu werben.

Jetzt sieht aber erstmal alles nach einem Happy End aus: Eine Erzieherin und eine Wirtschafterin kümmern sich seit Anfang August um das Wohl der 14 Kinder in der Ringstraße. Bis zu 30 Kinder sollen es werden, wenn ab Januar 2004 endlich die Landeszuschüsse fließen.

In den kommenden Jahren erwartet die Jugendverwaltung eine Entspannung der Hortplatzsituation, da die Nachmittagsbetreuung generell von den Kitas an die Schulen verlagert wird. Bis vor kurzem noch waren die Hortplatzzahlen an den Schulen „gedeckelt“, damit ist es jetzt vorbei. Zudem werden die neuen Ganztagsgrundschulen einen Teil des Betreuungsbedarfs decken. Manchen Eltern reicht es auch schon, wenn die Kinder bis 13.30 Uhr versorgt sind: Bis 2006 sollen alle Grundschulen diese so genannte verlässliche Halbtagsbetreuung anbieten. Das hat sich jedenfalls die Regierung vorgenommen.

Text: sve, Foto: Sven Lambert

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