Ich bin ein BERLINER (40) : „Wedding light“

Sabine Engwer kommt aus Baden - und suchte die große Stadt. Heute lebt sie im "Wedding light". In unserer Serie „Ich bin ein Berliner“ erzählt sie, was sie an der Hauptstadt mag.

Jan García,Jana Gioia Baurmann
Ich bin ein Berliner (40)
Ich bin ein Berliner (40)

Ich komme aus dem Südwesten, aus einem Ort in der Nähe der französischen Grenze. Die Gegend dort ist ländlich, nach der Schule wollte ich daher einfach raus, raus in eine große Stadt. Die Zusage der Berliner Uni lag als erste in meinem Briefkasten, das hat die Sache für mich entschieden. So kam ich nach Berlin. An der FU habe ich Nordamerikastudien und Vergleichende Literaturwissenschaft studiert, jetzt promoviere ich zu afroamerikanischer Literatur.

Bestimmt war das populär-kulturelle Interesse ein Grund, weshalb ich mich für Nordamerikastudien entschieden habe. Die Filme, die man in seiner Jugend schaut, die Musik, die man hört ... Die englische Sprache und die amerikanische Kultur fand ich interessant. Als Teenager war ich auch einige Male in den USA, damals gefielen mir die klassischen Klischees: die Freiheit, die große Weite dieses riesigen Landes ... Im Studium lernte ich dann auch, das etwas zu reflektieren – und einige Meinungen zu revidieren. Das Interesse ist aber immer noch da.

Mit 17 war ich das erste Mal in Berlin, damals empfand ich die Stadt als dreckig, das Großstädtische gefiel mir nicht so. Heute liebe ich Berlin. Ich habe im Wedding gewohnt, heute lebe ich in Moabit. Ich sage immer, dass Moabit ‚Wedding light’ ist, alles ist ein bisschen rau, aber sehr angenehm.

Sabine Engwer, 32, Doktorandin aus Moabit
Sabine Engwer, 32, Doktorandin aus MoabitFoto: Garcia

Vor 50 Jahren - am 26. Juni 1963 - hielt John F. Kennedy seine berühmte Berliner Rede. Hier erzählen 100 Berliner, was ihnen diese Worte bedeuten - und wie sie die Stadt heute erleben. Siemens unterstützt das Tagesspiegel-Projekt. Alle bisher erschienen Videos zu der Serie "Ich bin ein Berliner" finden Sie unter: www.tagesspiegel.de/berliner

0 Kommentare

Neuester Kommentar