Ich bin ein BERLINER (56) : „Ich will weg aus Neukölln“

Senan Kocak, 33, serviert Burritos unter Tage. In unserer Serie „Ich bin ein Berliner“ erklärt der gebürtige Charlottenburger, wieso er aus Neukölln wegziehen möchte.

von , und Hendrik Müllenberg
Ich bin ein Berliner (56)
Ich bin ein Berliner (56)

Seit zehn Jahren wohne ich in Neukölln, Hermannstraße. Ungern, muss ich sagen. Es gibt viel Gewalt, und ich habe drei Kinder, Zwillinge und eine Kleine, drei und vier Jahre alt. Ich möchte sie gut erziehen, sie sollen eine schöne Kindheit haben. Multikulti, das finden die Berliner ja immer so toll, die wollen andere Kulturen kennenlernen. Ich aber kenne die Kulturen, ich will, dass meine Kinder integriert werden, sie sind Deutsche. Früher, als ich zur Schule ging, haben wir selbst im Deutschunterricht manchmal Türkisch gesprochen. Meinen Kindern soll das nicht passieren.

Ich will nach Charlottenburg, meine Eltern leben dort, die sagen: ‚Was machst du in Neukölln?‘ Die Mieten dort sind billiger, das ist der Grund. Charlottenburg ist sehr teuer, aber mein Ziel ist es, dorthin zurückzuziehen, für meine Kinder.“

Vor 50 Jahren - am 26. Juni 1963 - hielt John F. Kennedy seine berühmte Berliner Rede. Hier erzählen 100 Berliner, was ihnen diese Worte bedeuten - und wie sie die Stadt heute erleben. Siemens unterstützt das Tagesspiegel-Projekt. Alle bisher erschienen Videos zu der Serie "Ich bin ein Berliner" finden Sie unter: www.tagesspiegel.de/berliner

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