Ich bin ein BERLINER (66) : „Ich kam hier früh zu Drogen“

Ali Touran ist drogenabhängig. Und am Kotti damit nicht der einzige. In unserer Serie "Ich bin ein Berliner" erinnert er sich, wie das Leben in Kreuzberg einmal war.

von und Jan Garcia,Jana Gioia Baurmann
Ich bin ein Berliner (66)
Ich bin ein Berliner (66)

Meine Eltern kommen aus einem Dorf aus Anatolien, seit 1972 leben wir hier. Berlin hat mich damals überwältigt: die Hochhäuser, überhaupt eine Stadt, das war schon ungewohnt. Und es gab so viel Geschichte zu entdecken. Die 1970er waren dann wild, Häuserkampf in Kreuzberg. Und die Hippie-Jahre! Alle haben gekifft, also habe ich auch gekifft. Ich bin früh zu Drogen gekommen, wurde abhängig, heute bin ich es noch immer.

Heute ist Kreuzberg nicht mehr so schön wie früher. Man nennt es jetzt ja auch "Little Istanbul". Die Mieten steigen und steigen, keine gute Stimmung hier. Und viele Jugendliche sind drogenabhängig, von Gras bis Heroin, das ist nicht gut. Manchmal vermisse ich das alte Berlin. Was ich mir wünsche? Dass ich mich selbst wieder in den Griff bekomme.

Ali Touran, 47, aus Kreuzberg: "Ich vermisse die schöne Zeit" Foto: Röhlig
Ali Touran, 47, aus Kreuzberg: "Ich vermisse die schöne Zeit"Foto: Röhlig

Vor 50 Jahren - am 26. Juni 1963 - hielt John F. Kennedy seine berühmte Berliner Rede. Hier erzählen 100 Berliner, was ihnen diese Worte bedeuten - und wie sie die Stadt heute erleben. Siemens unterstützt das Tagesspiegel-Projekt. Alle bisher erschienen Videos zu der Serie "Ich bin ein Berliner" finden Sie unter: www.tagesspiegel.de/berliner


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