Ich bin ein BERLINER (81) : „Ich träume auf Englisch“

Aileen von Alvensleben aus Zehlendorf hat amerikanische und Berliner Wurzeln. In unserer Serie "Ich bin ein Berliner" spricht die 14-Jährige über die Verwandtschaft in Arizona - und über irritierende Nazi-Vergleiche.

von und Jana Gioia Baurmann,Jan Garcia
Ich bin ein Berliner (81)
Ich bin ein Berliner (81)

Meine Mutter ist Amerikanerin, mein Vater Deutscher, jedes Jahr in den Sommerferien fahren wir zu unseren Verwandten nach Arizona. Ich liebe die Staaten, die Wüste, den Grand Canyon. Anders als meine kleine Schwester, die später dort leben möchte, will ich aber in Deutschland bleiben, wenn ich erwachsen bin. Die Städte sind älter, die Kultur ist ganz anders. Trotzdem träume ich auf Englisch.

Meine Eltern wollten, dass ich beide Kulturen kennenlerne, auch das ist ein Grund, warum ich auf die John-F.-Kennedy-Schule gehe. Die Rede des Präsidenten hier in Berlin ist natürlich ein Thema! Er hat damit einen Baustein zur deutsch-amerikanischen Freundschaft gelegt.

In den USA werde ich immer darauf angesprochen, dass ich aus Deutschland bin. Oft soll ich dann einen Satz auf Deutsch sagen, ich antworte dann einfach immer: ,Hallo, mein Name ist Aileen.‘ Manchmal werde ich auch damit konfrontiert, ich sei ein Nazi. Ich bleibe dann ganz ruhig und erkläre, dass die Politik in Deutschland inzwischen eine andere ist, dass sich das Land verändert hat, zum Glück. Und dass ich natürlich kein Nazi bin.

Berlin finden die meisten spannend. Ich bin am liebsten rund um den Ku’damm unterwegs. Eine meiner besten Freundinnen wohnt da, man ist mitten in der Stadt, das ist schon toll. Zusammen mit anderen gehen wir gerne tanzen oder ins Kino.

Aileen von Alvensleben, 14, aus Zehlendorf: "Viel für die deutsch-amerikanische Freundschaft getan"
Aileen von Alvensleben, 14, aus Zehlendorf: "Viel für die deutsch-amerikanische Freundschaft getan"Foto: Röhlig

Vor 50 Jahren - am 26. Juni 1963 - hielt John F. Kennedy seine berühmte Berliner Rede. Hier erzählen 100 Berliner, was ihnen diese Worte bedeuten - und wie sie die Stadt heute erleben. Siemens unterstützt das Tagesspiegel-Projekt. Alle bisher erschienen Videos zu der Serie "Ich bin ein Berliner" finden Sie unter: www.tagesspiegel.de/berliner

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