Berlin : „Ich bin fassungslos“

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Herr Diesselhorst, die Nachricht vom Streit um den PhilharmonikerEtat erreicht Sie bei einem Gastspiel in Luzern.

Ich bin ziemlich fassungslos, wenn es jetzt einen Rückzieher in der Finanzierungsfrage geben sollte. Und so wird es auch meinen Musikerkollegen gehen. Als wir die Option hatten, vom Bund übernommen zu werden, hat sich der Senat mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. In den letzten Monaten wurde uns vom Regierenden Bürgermeister, vom Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses wie auch vom Kultursenator zugesagt, dass unser Vertrag zu denselben Konditionen verlängert wird. Wir haben ja keine unverschämten Forderungen gestellt.

Wie hoch ist denn Ihr Gehalt?

Das kann ich Ihnen nicht sagen. Wir bekommen etwas mehr als die Musiker der großen Rundfunkorchester, aber wirklich nicht viel. Es muss eine gewisse finanzielle Attraktivität da sein, damit sich jemand entschließt, aus dem schönen München nach Berlin zu gehen. Außerdem spielen wir mehr als die Hälfte unseres Etats über Ticketverkäufe wieder ein. Was das Sponsorengeld der Deutschen Bank betrifft: Das geht vor allem in unsere Jugendarbeit. Davon sehen wir Musiker keinen Cent.

Interview: Frederik Hanssen.

Jan Diesselhorst

spielt bei den Berliner Philharmonikern

in der Cello-Gruppe und ist außerdem

seit kurzem Mitglied im Vorstand des

Orchesters.

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