Berlin : „Ich bleibe auf der Brücke“

Der CDU-Landeschef Ingo Schmitt feierte seinen 50. Geburtstag

Ulrich Zawatka-Gerlach

Die Parteifreunde haben ihm eine Schiffsglocke geschenkt. „Dem Kapitän.“ Denn der CDU-Landeschef Ingo Schmitt ist gestern 50 Jahre alt geworden, und er lud zum Empfang im 13. Stock des Europa-Centers. Dort drängte sich mittags die regionale Parteiprominenz. Die Bundes-CDU ließ sich durch Georg Brunnhuber aus Aalen vertreten.

Der baden-württembergische Landesgruppenchef lobte Schmitts Arbeit im Bundestag. Er beherrsche die komplizierte Materie der europäischen Luftverkehrspolitik wie kein anderer. Brunnhuber nannte den Fraktionskollegen ein „politisches Kaliber“, und am 60. Geburtstag könne man hoffentlich einen Senator Schmitt beglückwünschen. Da lachten die Gäste herzlich.

„Wir brauchen Optimismus und Fröhlichkeit“, hatte zuvor der Festredner Georg Gafron gesagt. Der frühere Chef des Privatradios 100,6 schätzt den CDU-Landeschef sehr. „Er ist jemand, der auch mal sein Maul aufmacht – in einer Zeit des Schweigens.“ Ohne Schmitt würde der Laden nicht laufen. Da ist was dran. In der Berliner CDU gibt es kaum ein Parteiamt, das Schmitt nicht erobert hat: Kreisvorsitzender der Jungen Union, CDU-Ortsverbandschef, Kreisverbandschef, Vize-Landeschef, Generalsekretär, Landesschatzmeister und seit 2005 Vorsitzender der Berliner CDU.

Schmitts Standbein blieb dabei immer Charlottenburg. Dort wuchs er auf, ging zur Grund- und Oberschule, dann studierte er Jura an der Freien Universität. Mit 23 Jahren kam Schmitt ins Abgeordnetenhaus, wurde 1991 Staatssekretär in der Verkehrsverwaltung, ging 1999 ins Europäische Parlament und wechselte vor zwei Jahren in den Bundestag.

„Die CDU ist mein wesentlicher Lebensinhalt“, bekannte Schmitt gestern. Und: „Ich wollte immer Einfluss nehmen.“ Das gehe nur, wenn man Positionen besetze und um sie kämpfe. Das macht der Jubilar seit 33 Jahren. Notfalls gegen „Neider und Missgönner“, wie Schmitt in seiner Geburtstagsrede sagte. Da ging ein Raunen durch den Raum.

Friedbert Pflüger ließ sich entschuldigen. Der CDU-Fraktionschef macht Urlaub in Italien. Zwei, drei Berliner Kollegen aus der Bundestagsfraktion waren da. Die meisten Gäste kamen aus dem Charlottenburger Kreisverband. Ehemalige CDU-Landeschefs – Joachim Zeller, Christoph Stölzl oder Eberhard Diepgen – waren nicht zu sehen. Auch keine Emissäre der anderen Parteien. Nun ja, es ist Ferienzeit. Ingo Schmitt, der Kapitän, hat jedenfalls noch was vor. „Ich bleibe auf der Brücke, bis Rot-Rot abgelöst ist und Klaus Wowereit der Vergangenheit angehört.“ Ulrich Zawatka-Gerlach

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