Berlin : „Ich habe in Deutschland lange gefroren“

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Bei Siemens bin ich 1956 mit einem Umschlag aus Glanzpapier begrüßt worden. Da war ein 50Mark-Schein drin und ein Stück Schokolade. Es waren wunderschöne Zeiten. In der Kantine kostete die Suppe mit Würstchen zehn Pfennig. Das Würstchen habe ich gegessen, ich weiß aber bis heute nicht, ob da Schweinefleisch drin war. Ich habe ein Jahr bei Siemens an einer Drehmaschine gearbeitet und dort 3,95 Mark in der Stunde verdient. Zuerst waren wir im Wohnheim von Siemens untergebracht. Da war es schön warm. Als ich dann zu Mercedes-Benz wechselte, musste ich umziehen. Ich hatte große Probleme, eine Bleibe zu finden. Weil ich Ausländer war, wollte mir niemand eine ordentliche Wohnung mit Heizung vermieten. 35 Jahre lang habe ich dann in einer Wohnung gelebt, die einem Geizhals gehörte. Es war eine hässliche Wohnung und immer kalt. Deswegen habe ich heute eine Leberentzündung, hat der Arzt gesagt.

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