Berlin : „Ich hatte einfachauf Sieg gesetzt“

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Herr Matthae, Sie haben den Sprung in den Bundestag verfehlt. Das Mandat in Friedrichshain-Kreuzberg hat Ihnen mit einem Vorsprung von 2,4 Prozent Hans-Christian Ströbele von den Grünen weggeschnappt. Sind Sie deprimiert?

Natürlich deprimiert mich die Niederlage. Ich hatte einfach auf Sieg gesetzt. Und ich bin überzeugt, dass ich der Kandidat war, der am besten im Wahlkreis hätte die Interessen der Bürger an Gerechtigkeit, Arbeit, Ausbildung und am Zusammenwachsen von Ost und West vertreten können.

Haben Sie den Kampf zu leicht genommen?

Diesen Vorwurf kann ich weder mir noch meinen hervorragenden SPD-Helfern machen. Es war eine Entscheidung für die Person Ströbele, weil er in der Auseinandersetzung um Krieg und Frieden seine Position schon in der Auseinandersetzung über die Bundestagsentscheidung zum Afghanistan-Einsatz darstellen konnte. Teile der Wählerschaft wollten wohl auch zurück zu den Wurzeln der Grünen, also einen linken Grünen haben.

Hat der Aufruf von SPD-Genossen für Ströbele etwas bewirkt?

Das kann ich nicht quantifizieren. Aber es war schon so, dass ich öfter von Bürgern auf den Aufruf für Ströbele angesprochen wurde.

Sie sind einer der Stellvertreter von SPD-Landeschef Peter Strieder. Warum plädieren Sie für den Parteiausschluss der Ströbele-Unterstützer?

Einer der Unterstützer, der Parteienforscher Richard Stöss, hat in einem Brief an den Berliner Landesverband der SPD einen bewussten Regelverstoß zugegeben. Zumindest Stöss war damit klar, dass es eine Verletzung unseres Parteistatuts war, wonach man nicht unter Berufung auf die Zugehörigkeit zur SPD für den Kandidaten einer anderen Partei werben kann.

Das Gespräch führte Brigitte Grunert

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