Berlin : „Ich traue mir zwei Ämter zu“

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INTERVIEW

Peter Kurth (43),

ist arbeitsmarktpolitischer Sprecher seiner Fraktion und kandidiert für den Fraktionsvorsitz. Der frühere Finanzsenator ist Vorstandsmitglied von Alba .

Foto: Mike Wolff

Herr Kurth, zuerst haben Sie angekündigt, als Landesvorsitzender und Fraktionsvorsitzender zu kandidieren. Jetzt halten Sie sich die Kandidatur für den Landesvorsitz wieder offen. Warum dieser Rückzieher?

Es ist selbstverständlich, dass die Wahl zum Fraktionsvorsitz Einfluss auf die weiteren Personalentscheidungen hat. Die Frage ist: Will die CDU eher eine Tandemlösung oder beide Führungsaufgaben in einer Hand? In vielen Landesverbänden wird das so gehandhabt. Aber das muss in Berlin im größtmöglichen Konsens entschieden werden.

Sollten Sie am Freitag nicht zum Fraktionschef gewählt werden, kandidieren Sie dann für den Landesvorsitz?

Das wird am Wochenende in aller Ruhe abgewogen und beschlossen.

Angenommen, Sie werden zum Fraktionschef gewählt: Wie wollen Sie das SteffelLager integrieren?

Alle, die für die Berliner CDU ein Mandat haben, haben ohnehin die Verpflichtung, miteinander vernünftig zusammenzuarbeiten. Das gilt besonders für die Abgeordneten einer Oppositionsfraktion. Ich glaube, dass es mir gelingen wird, diejenigen, die jetzt noch mir gegenüber skeptisch sein mögen, für den Fall meiner Wahl zum Fraktionschef zu überzeugen.

Zwei Ämter inne zu haben, ist eine große Belastung. Trauen Sie sich das zu?

Ich würde mir das grundsätzlich zutrauen, wenn das eine mehrheitliche Stimmung in der Partei will.

Über Joachim Zeller sagten Sie, er sei Ihnen kommunalpolitisch um Lichtjahre voraus. Wie beurteilen Sie denn Herrn Zimmer?

Ich halte einen Wettbewerb zwischen mehreren Personen innerhalb einer Partei für ein Führungsamt dann für gelungen, wenn alle die Möglichkeit haben, unterschiedliche Konzepte positiv und sachlich vorstellen können. Beide Parteikollegen schätze ich.

Das Gespräch führte Sabine Beikler.

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