Berlin : „Ich wollte Ingenieur werden - aber nur offiziell“

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Seine wahren Abi-Träume hat Gunter Gabriel 1963 „nicht laut gesagt.“ Dann wäre er ja nur zum Spinner erklärt worden. Offiziell hieß es, er wolle Ingenieur werden. Doch eigentlich träumte der 21-Jährige damals von etwas ganz anderem: Er wollte „Songschreiber“ sein. Wie seine großen Idole Elvis Presley („Ich habe alle Platten“) und Johnny Cash. Seit er seine erste Gitarre mir 13 Jahren in den Händen hielt, hatte er diesen Traum. Und er wollte reisen. „Fernweh habe ich immer gehabt. Das in ist mir drin“, erklärt der 60-Jährige. Ganz weit weg sollte es gehen, zum Beispiel in den Dschungel wie für den Urwalddoktor Albert Schweitzer, noch ein Idol des Abiturienten Gabriel. Doch stattdessen ging es erstmal an die Universität in Hannover zum Maschinenbaustudium. Dafür hatte der Musiker schließlich mit viel Schweiß sein Abitur an der Abendschule auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt. Mit 14 Jahren hatte er die Volksschule beendet, um erst mal Geld zu verdienen. Das wollte der Vater so. „Ich komme aus einer Malocherfamilie, da war nur Volksschule drin“, erklärt der Musiker. Aber irgendwann habe er gedacht: „Am Fließband zu arbeiten, das kann’s nicht sein.“ Das Abitur musste her. Während „andere in der Kneipe saßen“, habe er gebüffelt. „Die Zeit war hart“, erinnert sich der 60-Jährige. Das Geld fürs anschließende Studium habe er sich dann „mit der Singerei verdient.“ Ist viel in Clubs aufgetreten. Und darüber habe er dann irgendwann gemerkt, dass sich seine Träume verwirklichen ließen. „Ein Semester vor Schluss habe ich die Klamotten hingeschmissen“, sagt Gabriel. Ist „Profi“ geworden. Mit der Karriere kam auch das Reisen: „Ich wollte die Welt sehen und die habe ich auch gesehen.“

Beides aufgezeichnet von Viola Volland

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