Berlin : „Ich wollte Lehrerin werden“

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„Mein Abitur habe ich Anfang der 70er Jahre in Petershagen bei Minden gemacht. Vor einigen Wochen war ich bei einem Abi-Treffen. Eine ehemalige Mitschülerin hatte unsere damalige Abi-Zeitung mitgebracht und dadurch meine Erinnerung aufgefrischt. Da stand, dass ich einen leidenschaftlichen Tänzer als Mann suche, um meine überschüssige Energie positiv umzusetzen. Aber abgesehen davon: Für mich war immer klar, dass ich einen Beruf wähle, bei dem ich viel mit Menschen zu tun habe. Außerdem wollte ich auch im Beruf die Möglichkeit haben, mich sozial zu engagieren. Deshalb wollte ich Lehrerin werden. Ich komme selber aus einem einfachen Elternhaus. Mir war es damals schon wichtig, dass auch andere Kinder und Jugendliche die Chance bekommen, Abitur zu machen, so wie ich. Ob sich meine Abi- Träume erfüllt haben? Nach dem Abitur habe ich für ein Jahr im Kibbuz Bror Chail in Israel gearbeitet, um anschließend Politik und Anglistik in Hannover zu studieren. Danach war ich fünf Jahre lang Lehrerin an einem Gymnasium in Hannover. Das hat mir viel Spaß und Freude gemacht. Natürlich gab es auch Problemfälle. Ich bin dann zu den Eltern nach Hause gegangen, um den Schülern weiterzuhelfen. Was meine persönlichen Träume angeht: Ich habe einen tollen Mann, mit dem ich seit fast 30 Jahren zusammen bin. Er ist allerdings das Gegenteil von einem leidenschaftlichen Tänzer. Ich bin zufrieden mit dem, was aus meinen persönlichen Träumen geworden ist. Aber wie das so ist im Leben, habe ich auch schon wieder neue Träume.“

Aufgezeichnet von Viola Volland

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