Berlin : „Ich wurde wie ein Hund vom Hof gejagt“

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Herr Karge, sind Sie der strahlende Sieger?

Ich habe die Entscheidung mit gedämpfter Freude aufgenommen. Die Arbeit ist durch die betrüblichen Vorgänge nicht leichter geworden.

Wie geht es jetzt weiter?

Ich fahre an meinen ersten Wohnsitz, gehe im Odenwald spazieren, komme ausgeruht am Montag wieder und werde mein Amt genauso erfolgreich wie bisher ausüben. Ich werde den Personalrat empfangen und die Lage der Behörde besprechen. Es geht darum, die Arbeit sachlich fortzusetzen.

Die Senatsverwaltung als Gegenseite sprach in der Verhandlung von einem völlig zerrütteten Vertrauensverhältnis auch zur Staatsanwaltschaft im Landgericht Berlin.

Die Gegenseite hat keine Ahnung von den Verhältnissen in der Staatsanwaltschaft. Es gibt welche, die mich mögen, und welche, die mich nicht mögen. Wir werden uns am Riemen reißen und unsere Arbeit fortsetzen.

Wissen Sie, warum Sie als unbequem gelten?

Ich habe beschlossen, dass Beamte nicht mehr so bequem sein dürfen wie früher und dass es politischen Einfluss auf die Staatsanwaltschaft nur in ganz engen Grenzen geben darf. Das habe ich 33 Jahre lang so betrieben, das ist mir wichtig. Dass man letztlich als nachgeordneter Beamter ausführen muss, was einem gesagt wird, ist gar keine Frage.

Halten Sie einen Kompromiss mit der Senatsverwaltung für möglich?

Ich wurde wie ein räudiger Hund vom Hof gejagt. Wie soll ich mit diesen Leuten einen Kompromiss schließen.

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