ICH BIN DAFÜR : ICH BIN DAFÜR

Foto: promo / Jan Kopetzky
Foto: promo / Jan Kopetzky

ES GEHT NOCH GRÜNER

Der Berliner ist ein leidenschaftlicher Bauarbeiter, sagt Wladimir Kaminer. Als er vor 22 Jahren nach Berlin kam, dachte er: Die bauen sich eine neue Stadt, bald werden sie fertig sein. Heute hält er das für Wunschdenken. Kaminer ist leidenschaftlicher Prenzlauer Berger, die Gegend um den Mauerpark ist für ihn der schönste Ort Berlins, er sieht ihn direkt von den Fenstern seiner Wohnung aus. Doch für ihn könnte es grüner sein. Deshalb setzt er sich für den Verein Freunde des Mauerparks ein. Gerade erst hat er mit mehreren anderen Spendern einen Baum gekauft, der jetzt am Falkplatz steht. Das Teuerste am Baum sei die Versicherung, das wisse er jetzt, sagt er. Insgesamt hat der Baum 1000 Euro gekostet. Dass die Verantwortung für eine schöne Stadt immer mehr auf die Bürger übertragen wird, findet Kaminer gut. „Sie trotzen damit der Globalisierung“, sagt er. Sie legen mehr Wert auf die eigene Straße, das eigene Haus, den eigenen Hof. Doch von politischer Seite werde zu viel für Touristen und zu wenig für die Einwohner getan. Neue Hotels würden gebaut, aber der Mauerpark sei immer noch kein echter Park. Der Aktionstag des Tagesspiegels erinnert Kaminer im positiven Sinne an den Subbotnik, den gemeinsamen Arbeitseinsatz in der Sowjetunion. „Für jeden Menschen sollte jeder Tag ein Subbotnik sein“, sagt Wladimir Kaminer. Am Aktionstag will er vielleicht sogar selber teilnehmen – am liebsten etwas pflanzen. ffe

„Was Sauberkeit betrifft, gilt für Berlin: Wie sauber kann eine Baustelle schon sein?“

– Wladimir Kaminer

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