ICH BIN DAFÜR : ICH BIN DAFÜR

Foto: promo/Junko Wada
Foto: promo/Junko Wada

WEG MIT SCHMIEREREIEN

An seinem neuen Kiez in Schöneberg mag Hans Peter Kuhn vor allem den Winterfeldtmarkt. Gerade ist er dorthin gezogen, zuvor wohnte er in Tempelhof. In Berlin ist er seit 1974. Im Stadtbild stören ihn vor allem lieblose Graffiti. „Es ist ja toll, wenn Menschen kreativ werden“, sagt er. Aber etwas zu übermalen, was andere gerade frisch gestrichen haben, hält er für unmöglich. Zum hundertsten Mal irgendwelche Sprayer-Namen an der Wand – regelrecht albern. Ausgearbeitete Bilder im öffentlichen Raum, das sei etwas anderes, etwa das Werk des „Bananensprayers“ Thomas Baumgärtel. Dessen Bananen erinnern an Warhol und prangen meist an Eingängen zu Galerien und Museen. „Das kann ich nachvollziehen – auch wenn es nicht meinem Geschmack entspricht.“ Er selbst versucht meist, seine Arbeiten in der Öffentlichkeit so anzubringen, dass man sie nicht beschmieren kann. Seine Erfahrung: Beispielsweise in Tokio gebe so gut wie keine Graffiti, Geschmiere werde sofort entfernt. „Das liegt aber vor allem an der japanischen Gesellschaft, die schafft es sogar, ihre U-Bahnen sauber zu halten. In Berlin würde das nicht funktionieren.“ Wo einer gesprüht hat, macht es der Nächste gleich nach. Deshalb findet er es lohnenswert, Graffiti zu entfernen. ffe

„Ich gehöre zu den Leuten, die unglücklich sind

über Graffiti.

Als Künstler ist es für mich besonders schmerzhaft,

wenn Sprayer sich

an Arbeiten im

öffentlichen Raum vergehen.“

– Hans Peter Kuhn

Klangkünstler

und Komponist

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