ICH BIN DAFÜR : ICH BIN DAFÜR

Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Foto: Doris Spiekermann-Klaas

SELBER WAS BEWEGEN

Manchmal, wenn Dirk Zöllner das Haus verlässt, packt er eine Mülltüte ein. „Das habe ich von meinem Vater gelernt: Bei Ausflügen haben wir oft Abfall weggeräumt, der uns störte.“ Zöllner hat kein Problem damit, den Dreck anderer Leute wegzuräumen. Schließlich sei es besser, eine Viertelstunde aufzuräumen, bevor man sich die ganze Zeit über eine vermüllte Umwelt ärgert. Vor allem Zigarettenstummel und Papierreste kommen in Zöllners Müllbeutel. Was er liegen lässt, sind Hundehaufen. „Die machen mich fertig“, sagt Zöllner. In Friedrichshain, wo der gebürtige Karlshorster seit sieben Jahren wohnt, ist das Hundekotproblem, wie er findet, besonders schlimm. Deshalb schätzt Zöllner auch die Baumscheiben-Initiativen, bei denen die Grünflächen rund um Bäume bepflanzt werden. Das halte dann doch viele Halter davon ab, ihre Hunde dort hineinzulassen. Dirk Zöllner selbst unterstützt eine Initiative in der Friedrichshainer Knorrpromenade. Die Mitglieder von „Kiezgestalten e. V.“ sammeln Geld, um die beiden historischen Schmucktore in der Straße zu sanieren. Dirk Zöllner hat ebenfalls gespendet. Weil man sich bei der Gestaltung des öffentlichen Raums nicht nur auf die zuständigen Institutionen verlassen sollte. „Wenn den Menschen etwas abgenommen wird, hören sie auf, darüber nachzudenken.“ Daher findet er die Aktion des Tagesspiegels „wunderbar“, weil er dafür ist, dass Bürger selbst wieder mehr bewegen sollten. ffe

„Wenn alles gleich aussieht, schaut man nicht mehr hin, man schaltet den Geist ab. Deshalb finde ich Initiativen toll, die das Individuelle

eines Kiezes bewahren.“

– Dirk Zöllner

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