ICH BIN DAFÜR : ICH BIN DAFÜR

Foto: Thilo Rückeis
Foto: Thilo Rückeis

LASST DER MITTE IHRE WÜRDE

In den 60er Jahren machte der in der Nähe von Dresden geborene politische Graphiker mit Postkarten und Plakaten auf sich aufmerksam. Schon als das noch gar nicht so en vogue war, wollte er die anderen anstiften, sich einzumischen und sah sich selbst als „klassischer Einmischer“. Seit 1956 lebte er in Heidelberg. Im April 2006 wurde der studierte Jurist überraschend zum Präsidenten der Akademie der Künste gewählt, weshalb er sich jetzt besonders gern für den Pariser Platz einsetzt, wo das anfangs innerhalb der Akademie umstrittene Gebäude steht: „Als leidenschaftlicher Streiter für den öffentlichen als den demokratischen Raum ist es mir natürlich nicht gleichgültig, was auf dem Pariser Platz geschieht.“ Täglich werde er als Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt auch „zum 24-Stunden-Schaufenster für unser weltoffenes Berlin“. Doch jedes bunte Treiben hat eine Kehrseite. „Schließlich hat dieser historische Ort zusammen mit dem Platz des 18. März auch eine Würde, die es bei aller Freude über den touristischen Trubel zu respektieren gilt. Gerade weil er auch ein Demonstrationsort für wichtige politische Anliegen ist, sollte er nicht zum Trampolin für jeden Blödsinn missbraucht werden können.“ Das Brandenburger Tor taugt aus seiner Sicht nicht als Kulisse für jeden Werbeschnickschnack, der Pariser Platz sei keine geeignete Bühne für Aktionen mit intensivster Dauerbeschallung. „Freiheit hat auch etwas mit Rücksicht, Kultur auch immer mit Anspruch zu tun.“ Bi

„Ich finde es wichtig,

einen öffentlichen und

politischen Ort wie den

Pariser Platz zu verteidigen vor Lärmverschmutzung

und Aktionen, die seiner Würde nicht entsprechen“

– Klaus Staeck

Präsident der Akademie der Künste

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