"Idomeneo"-Aufführung : Börnsen: Gefährdungsanalyse muss auf den Tisch

Der CDU-Kulturexperte Wolfgang Börnsen kritisiert die Entscheidung der Deutschen Oper Berlin, aus Angst vor islamistischen Protesten und Anschlägen die Mozart-Oper "Idomeneo" vom Spielplan zu nehmen.

Berlin - "Das schadet der Freiheit der Kunst auf unserem Kontinent", sagte Börnsen in Berlin. Kunst müsse die Freiheit haben, zu kritisieren und zu provozieren. Die Inszenierung der Mozart-Oper von Regisseur Hans Neuenfels sei eine Abrechnung mit radikalen Religionen und Religionskriegen. Wenn dies nicht mehr möglich sei, "machen wir einen Kniefall vor radikalen Moslems", betonte Börnsen.

Der CDU-Politiker forderte, Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) müsse die Gefährdungsanalyse der Sicherheitsbehörden auf den Tisch legen. Sonst könne die Entscheidung von Intendantin Kirsten Harms nicht nachvollzogen werden.

Befürchtung, Entscheidung mache Schule"

Börnsen befürchtete darüber hinaus, der Fall "Idomeneo" könne Schule machen. Wenn eine große Bühne in Berlin eine solche Entscheidung treffe, sei es vorhersehbar, dass künftig auch andere Häuser keine Stücke mit Islambezug mehr auf dem Spielplan hätten.

"Idomeneo" erzählt die Geschichte des gleichnamigen kretischen Königs, der in der Antike nach seiner Heimkehr vom trojanischen Krieg gezwungen ist, seinen eigenen Sohn zu opfern. In der Schlussszene betritt Idomeneo die Bühne und hat in einem Sack die abgetrennten Köpfe von Poseidon, Jesus, Buddha und Mohammed. Laut Regisseur Hans Neuenfels ist dies keine Kritik am Islam, sondern die individuelle Sicht Idomeneos auf jede Form von Religionsstiftung und -stifter. (tso/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben