Berlin : „Idomeneo“ ist nicht mehr gefährdet

LKA legt neue Analyse für Deutsche Oper vor

Jörn Hasselmann

Das Landeskriminalamt hat keine Bedenken mehr gegen die Aufführung von „Idomeneo“ in der Deutschen Oper. Einen Monat nach Absetzung des Stücks aus Angst vor islamistischem Terror liegt jetzt eine neue Gefährdungsanalyse des LKA vor. Diese hält eine Gefährdung durch Anschläge „für eher unwahrscheinlich“. Falls es zu Protesten komme, sei die Polizei in der Lage, das Haus zu schützen. Die neue Analyse beruht vor allem auf dem schwachen Medienecho in der arabischen Welt. Sicherheitsexperten kritisierten, dass Intendantin Kirsten Harms mit der Absetzung die Lage eher angeheizt habe. Am Mittwochabend hat Innensenator Ehrhart Körting nach Informationen des Tagesspiegels die Intendantin per Fax informiert, „dass einer Wiederaufnahme nichts im Wege steht“. Am Dienstag war Harms zu einem Gespräch beim LKA. Im Büro der Intendantin hieß es gestern dagegen, dass man die Bewertung erst am Donnerstag erhalten habe. Am heutigen Freitag wollen Senatskulturverwaltung und Oper mitteilen, ob und wann das Stück wieder gespielt werde. Falls ja, dann auf keinen Fall bereits im November, hieß es.

Harms hatte die umstrittene Oper im September vom Spielplan genommen, nachdem vage Hinweise auf eine Gefährdung eingegangen waren. In der Inszenierung tritt Idomeneo, der König von Kreta, mit einem blutigen Sack auf die Bühne. Daraus zieht er die enthaupteten Köpfe von Poseidon, Jesus, Buddha und Mohammed. Die Absetzung war bundesweit auf Kritik gestoßen. Der Intendantin wurde wiederholt vorgeworfen, im vorauseilenden Gehorsam gehandelt zu haben.

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