Berlin : IFA 2001: Das große Flimmern

Lars von Törne

Von heute an ist Berlin wieder für eine gute Woche das Zentrum der Informations- und Unterhaltungsbranche. Hunderttausende von Besuchern werden bis zum kommenden Wochenende über die Internationale Funkausstellung (Ifa) schlendern, über den technischen Fortschritt staunen, Prospekte sammeln und sich amüsieren. Knapp 1000 Aussteller werben mit neuester Technik und einem großen Unterhaltungs-Programm. Am Freitagabend eröffneten Bundeskanzler Gerhard Schröder und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit die Schau unter dem Funkturm. Ab Sonnabend um 10 Uhr sind die Messehallen für alle Besucher geöffnet.

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IFA 2001 - Technik, Tipps und Trends Wowereit nutzte den weltgrößten Branchentreff zur Werbung für Berlin. Während der multimedialen Eröffnungs-Show warb er bei den versammelten Unternehmern um Ansiedlungen in der Stadt. Er kündigte - angelehnt an Schröders "Politik der ruhigen Hand" - eine "Politik der offenen Arme" an. Von dem jüngst vereinbarten Umzug des Universal-Konzerns erhoffe er sich eine Magnetwirkung. Berlin biete mit 140 000 Kilometern Glasfasernetz eine "exzellente Infrastruktur". Derzeit arbeiten in der Berliner Medien- und Kommunikationsbranche 100 000 Menschen in 8300 Unternehmen.

Für die kommenden Tage verwandeln sich Messegelände und Sommergarten in einen riesigen Jahrmarkt. Zwischen "DVB-T"-Bildschirmen, "Standard Multimedia Home Platforms" und "Personal Video"-Geräten wird täglich ein großes Showprogramm geboten. Mehr als 30 Fernseh- und Radiosender senden von der Ifa, präsentieren ihre Stars und Sternchen. Die Besucher können bei Talkshows dabeisein, Moderatoren von Nachrichtensendungen über die Schulter gucken und beim Probe-Casting die eigene Tauglichkeit als Moderator testen.

Inhaltlich ist das Thema Digitalisierung einer der Schwerpunkte der diesjährigen Ifa. Die Palette reicht von digitalem Fernsehen und Hörfunk über neue Aufnahmeverfahren, das Computer-gesteuerte "intelligente Heim", digitale Fotografie bis hin zu neuen mobilen Kommunikations- und Informationstechnologien. In einer virtuellen Produktionshalle kann man sehen, wie DVDs hergestellt werden. Dazu kommen zahlreiche Sonderpräsentationen, von Internet über interaktives Fernsehen bis hin zu Fachveranstaltungen am Rande der Publikumsschau. Erstmals in der 77-jährigen Geschichte der Ifa sind mehr internationale als nationale Unternehmen vertreten. Rund 100 Aussteller stammen aus Berlin.

Jugendliche, die sich für Berufe in der Informations- und Kommunikationsbranche (IT) interessieren, bekommen beim "Ifa Young Media Park" und in der "Young Media World" einen Einblick. So zeigen Auszubildende auf der Showbühne in Halle 1.1. am praktischen Beispiel, wie die Arbeit an Ton- und Lichtanlage aussieht und wie Großereignisse live im Internet übertragen werden. In Halle 2.1 gibt es Informationen zu IT-Berufen. Daneben präsentiert Radio Fritz Shows und lässt Popstars auftreten.

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