IFA-REVOLUTIONEN (2) : Der Videorekorder – Freiheit vom Programm

Am Videorekorder scheiden sich die Geister: Die einen preisen ihn als technischen Befreiungsschlag aus der Diktatur der Sendezeiten, die anderen scheitern schon an seiner Bedienung. Tatsächlich musste man sich seit seiner Einführung im Jahr 1969 nicht mehr zwischen Theaterbesuch und „Tatort“ entscheiden. Wenn alles funktionierte und das Gerät nicht nach einer Stunde Gestöpsel und Gekabel „8888“ meldete. Man konnte sogar ins Bett gehen, wann man wollte, soweit man das Risiko einzugehen bereit war, am nächsten Morgen statt „Spiel mir das Lied vom Tod“ eine Dokumentation über Flusspferde im unteren Niltal auf der Kassette zu finden, weil der Rekorder mal wieder die mitteleuropäische Zeit mit der Pacific Time verwechselt hatte. Misstrauische hielten während der Aufnahme vor dem Gerät Wache. Dann konnte man auch gleich auf „Pause“ drücken, wenn die Werbung kam. Und wer eine stattliche Filmsammlung im Haus hatte, konnte Freunde zum gemütlichen „Videoabend“ einladen – schön war die Zeit. hip

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