Berlin : IGA-Traum: Mit der Seilbahn über die Gärten der Welt

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Foto: dapd/Michael Wallrath
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Jetzt hat der Senat es amtlich gemacht: Am Dienstag fasste er den Beschluss, dass die Internationale Gartenschau (IGA) 2017 in Marzahn stattfinden wird: auf dem Areal der „Gärten der Welt“, einem angrenzenden 14 Hektar großen Gelände und dem dortigen 104 Meter hohen Kienberg. Wie Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) gestern sagte, bietet der Standort auch mit dem angrenzenden Wuhletal „hervorragende Möglichkeiten“ für die Gartenschau. Ganz klar sei: „Wir wollen in Marzahn keine Blümchenschau.“ Das Erweiterungsgelände hatte das Land Berlin vor zwei Jahren bei einer Zwangsversteigerung für rund 600 000 Euro erwerben können.

Bereits Anfang Juli hatte sich der Senat davon verabschiedet, die IGA auf dem früheren Flughafen Tempelhof zu planen. „Das Gelände wird schon so hervorragend angenommen“, sagte Müller, so dass sich die Voraussetzungen, von denen man 2008 bei Beginn der Planung ausgegangen war, geändert hätten. Im Senat herrsche „große Einigkeit“ darüber, dass man bei der weiteren Planung in Tempelhof „ganz behutsam“ unter Einbeziehung der Anrainer vorgehen n müsse.

Für Müller bietet die IGA auch die Chance, den östlichen Stadtrand mit seinen Großsiedlungen weiterzuentwickeln. Allerdings führt die Randlage auch dazu, dass mit weniger Besuchern gerechnet wird. Jetzt kalkuliert man mit rund 2,8 Millionen Besuchern, in Tempelhof hatte man aufgrund der zentraleren Lage 3,5 Millionen Besucher veranschlagt. Allerdings werden jetzt auch geringere Kosten erwartet, da bei den „Gärten der Welt“ bereits notwendige Infrastruktur vorhanden ist: Sie sollen mit 40 Millionen Euro zehn Millionen Euro unter den ursprünglich geplanten Ausgaben liegen. Rund 35 Millionen Euro erwartet der Senat an Einnahmen. Die Preise für Tickets sollen zwischen zehn und 20 Euro liegen.

Die Planungen übernimmt die Grün Berlin GmbH, in deren Verantwortung unter anderem auch das Tempelhofer Feld liegt und der Britzer Garten, der für die Bundesgartenschau von 1985 entwickelt wurde. Grün-Berlin-Geschäftsführer Christoph Schmidt stellt sich als eine Attraktion für die Marzahner IGA eine Seilbahn vor, mit der das Gelände erschlossen werden könnte.

Es wäre nicht die erste in Berlin. Bei der Internationalen Bauausstellung im Hansaviertel in den fünfziger Jahren gab es eine, ebenso wie einst für die Skifahrer auf dem Teufelsberg. Auch für den Flughafen Tegel liebäugeln die Projektentwickler mit einer Seilbahn von der Jungfernheide zum Flughafengelände. Und auch bei der Gartenschau in Koblenz setzten die Macher auf eine Gondel. Eine juristische Grundlage gibt es in Berlin schon: Auf Druck der EU erließ der Senat 2003 ein Seilbahngesetz. Sigrid Kneist

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