IHK : Türken sollen Berlins Wirtschaft beleben

Die türkisch-deutsche IHK eröffnet ein Hauptstadtbüro – als Anlaufstelle für Geschäftsleute, die jenseits des Bosporus investieren wollen. Türkischstämmige Firmengründer beschäftigen in Berlin mittlerweile fast 30.000 Mitarbeiter.

Ferda Ataman
Döner Foto: ddp
Klischee. Türken sind nicht nur als Dönerverkäufer in der Geschäftswelt tätig. -Foto: ddp

Ramschläden, die sich „Import-Export“ nennen, waren gestern. Heute treten Türken als Großinvestoren auf, so wie etwa die Esas Holding aus Istanbul, die 15 Prozent von Air Berlin übernommen hat. Auch innerhalb der Stadt wachsen die rund 9000 Unternehmer mit türkischen Namen zu einem beachtlichen Wirtschaftsfaktor heran. Türkischstämmige Firmengründer beschäftigen hier rund 29.000 Mitarbeiter und erwirtschaften laut IHK einen Jahresumsatz von fast vier Milliarden Euro.

Die Newcomer organisieren sich zunehmend. Sie haben Handwerksverbände und Unternehmervereinigungen gegründet– in Neukölln wie in Wilmersdorf. Am Mittwoch eröffnet nun auch Deutschlands stärkste türkische Wirtschaftslobby eine Dependance in Berlin – die Türkisch-Deutsche Industrie- und Handelskammer (TD-IHK). „Im Bezug auf Wirtschaftspolitik spielt nun mal hier die Musik “, sagt Nihat Sorgec. Der Berliner Unternehmer ist Vizepräsident der Kammer, die vor fünf Jahren in Köln gegründet wurde.

Deutsche wie türkische Unternehmer können sich im Ludwig-Erhard-Haus in der Fasanenstraße an die zwei Mitarbeiter der TD-IHK wenden, wenn sie über Investitionen oder an Expansion jenseits des Bosporus nachdenken. „Wir klären über Rahmenbedingungen in der Türkei auf und stellen Kontakte her“, sagt Sorgec. Gleichzeitig will der Dachverband dabei helfen, die Berliner Wirtschaft anzukurbeln, indem er in der Türkei für Investoren wirbt. „Unser Ziel ist es, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Türkei zu unterstützen“, sagt Sorgec.

In der Türkisch-Deutschen IHK haben sich nicht nur Türken zusammengeschlossen: Zu den 410 Mitgliedern zählen Vertreter der Deutschen Bank, Metro AG, Commerzbank und der deutschen IHK. Die TD-IHK ist das deutsche Pendant der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer in Istanbul. Diese richtet sich an die 3500 Firmen in der Türkei mit deutscher Kapitalbeteiligung und wurde 1994 vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag und der Union der Türkischen Börsen und Kammern gegründet.

Informationen im Internet: www.td-ihk.de

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