Berlin : IHK und VBKI sind wieder Freunde Streit ums Geld im Erhard-Haus beigelegt

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Die Industrie und Handelskammer (IHK) und der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) wollen sich wieder vertragen. Über Monate hatten die beiden Organisationen sich um einige hunderttausend Euro gezankt, die mit dem Ludwig-Erhard-Haus zusammenhängen. Das Grundstück, auf dem der 167,5 Millionen Euro teure Bau steht, gehört zu 48 Prozent dem VBKI. Für die Bereitstellung der Fläche bekommt der Verein jedes Jahr 880000 Euro Erbbaupacht von der IHK; an die IHK fließt eine Miete in Höhe von 425000 Euro. Unterm Strich bleiben also rund 450000 Euro bei dem Verein hängen, was die jungen IHK-Chefs Eric Schweitzer (Präsident) und Jan Eder (Hauptgeschäftsführer) seit langem umtreibt und sogar zu einem gerichtlichen Mahnbescheid über 235000 Euro gegen den VBKI veranlasste. Nach wochenlangen Verhandlungen einigten sich die Kontrahenten nun auf einen Kompromiss, der am kommenden Mittwoch den Gremien der Organisationen präsentiert wird.

VBKI-Geschäftsführer Udo Marin sagte auf Anfrage, „der materielle Konflikt ist langfristig gelöst“. Zu Details wollte er sich ebenso wenig äußern wie die IHK. Das ehemals freundschaftliche Verhältnis der beiden Organisationen und ihrer führenden Repräsentanten sei jedenfalls wieder hergestellt. „Wenn man sich mal gerauft hat, kann man sich auch wieder gut vertragen“, sagte Marin.

1994 waren die Grundlagen für das ungewöhnliche Gebäude an der Charlottenburger Fasanenstraße gelegt worden, vier Jahre später zogen IHK und VBKI in den Neubau. Träger des wirtschaftlichen Risikos ist die IHK. Der Bau wurde erheblich teurer als geplant und die erzielbare Miete liegt heute mit zehn bis 15 Euro deutlich unter den ehemals veranschlagten 74,50 Mark je Quadratmeter. Dass der VBKI trotz der dramatisch veränderten Marktbedingungen lange auf der Differenz von rund 450000 Euro zwischen Erbbaupacht und Miete zu seinen Gunsten beharrte, erklärte der Ehrenpräsident des Vereins, Hans Strathus, so: „Die Erzielung eines solchen Überschusses war Ziel der ganzen Veranstaltung“, damit der VBKI „gemeinnützige Zwecke bei Bildung, Kultur und Sport“ verfolgen könne. Ob der VBKI nach dem Kompromiss mit der IHK in seiner gemeinnützigen Arbeit eingeschränkt wird, wollte Geschäftsführer Marin nicht sagen. alf

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