Ihre Meinung : In welchem Bezirk wollen Sie leben?

Bei Umzügen innerhalb Berlins entsteht sie jedes Mal neu - die Qual der Wahl nach dem richtigen Bezirk. Die meisten Berliner legen sich laut einer Umfrage zumindest zwischen Ost und West fest. Uns interessiert, wo Sie gerne leben möchten.

Ralf Schönball
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Umzug. Neue Wohnung in der Neuköllner Gropiusstadt oder doch lieber am Kollwitzplatz in Prenzlauer Berg? -Foto: ddp

Zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer bewertet die überwiegende Mehrheit der Berliner die großen Veränderungen in der Stadt positiv und fühlt sich wohl an ihrem jeweiligen Wohnort. Das positive Berlin-Bild ist dabei bei den Bewohnern im Ostteil der Stadt mit 72 Prozent deutlich stärker ausgeprägt als bei denen im Westteil (61 Prozent). Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes „Info“ im Auftrag der größten Berliner Wohnungsbaugesellschaft Degewo hervor.

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Umziehen zwischen Ost- und West? Das kommt für die Hälfte der Berline rnicht in Frage. -Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Die Zufriedenheit der Berliner mit ihrer Stadt ist allerdings unterschiedlich groß in den verschiedenen Bezirken. Zwar beurteilt auch jeder zweite Bewohner von Neukölln den Wandel seit dem Mauerfall positiv. Doch in Pankow haben mit drei Viertel aller Bewohner deutlich mehr Berliner Freude an den Veränderungen in der Stadt. Zwei weitere Bezirke des Berliner Ostens rangieren außerdem ganz oben im Zufriedenheits-Ranking: Treptow-Köpenick (74 Prozent) sowie Lichtenberg-Hohenschönhausen (70 Prozent). Erst an vierter Position steht mit Charlottenburg-Wilmersdorf ein „Westbezirk“, gefolgt von Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte.

Und noch ein Ergebnis verblüfft: Jeder zweite, der im Westen wohnt, würde nicht in den Osten ziehen. Dasselbe gilt für die „Ostberliner“: Nur jeder zweite kann sich einen Umzug in den einst anderen Teil der Stadt vorstellen. Die Mauer ist vor allem unter älteren Berlinern immer noch im Kopf: 64 Prozent der 50 Jahre und älteren Berliner würde nicht in eine Westberliner Lage ziehen. Dagegen spielt diese Teilung nur noch für ein gutes Drittel der 14- bis 29-jährigen eine Rolle bei der Wahl des Wohnortes: Sie unterscheiden offenbar nicht mehr Ost und West sondern einzelne Kiez- und Wohnlagen in ganz Berlin.
Und wie wohl fühlen sich die Berliner in dem Kiez, in dem sie gegenwärtig wohnen? Wiederum in Pankow ist die Zufriedenheit am größten, in Neukölln am geringsten – aber ganz egal wo wie wohnen, 70 Prozent aller Berliner geben ihrem Wohnort mindestens die „Schulnote“ drei.

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Allerdings polarisieren sich die Meinungen auch stärker bei dieser Frage. So gibt es in Neukölln auch viele Bewohner, die richtig unzufrieden mit ihrem Bezirk: 17 Prozent geben ihm die Schulnoten mangelhaft oder ungenügend. Durchgefallen ist auch der Bezirk Marzahn-Hellersdorf  für immerhin 12 Prozent seiner Einwohner. Tempelhof-Schöneberg sowie Lichtenberg-Hohenschönhausen geben neun Prozent seiner Einwohner die Noten fünf oder sechs.

Für Eltern mit Kindern ist Berlin seit dem Fall der Mauer ebenfalls attraktiver geworden: Drei Viertel aller Eltern beurteilen die Veränderungen in der Stadt positiv. Das ist deutlich mehr als im Berliner Durchschnitt (65 Prozent). Ähnlich beantworten die Eltern die Frage nach ihrem Behagen an dem Wohnort ihrer Wahl: 83 Prozent geben ihrem Bezirk die Note 2,5 dieser Wert liegt allerdings geringfügig unter dem Berliner Durchschnitt (2,3 Prozent).

Bei Umzügen innerhalb Berlins entsteht sie jedes Mal neu - die Qual der Wahl nach dem richtigen Bezirk. Die meisten Berliner legen sich laut einer Umfrage zumindest zwischen Ost und West fest. Uns interessiert, wo Sie gerne leben möchten.

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