Ihre Meinung : Ist Lehrer-Abwerbung auf U-Bahnhöfen unmoralisch?

Baden-Württemberg will mit einer Plakatkampagne Lehrer nach Schwaben locken - auch auf Werbeflächen der BVG. Sollte sich das landeseigene Unternehmen weigern, wenn versucht wird, Berliner Kindern ihre Lehrer abzuwerben? Was meinen Sie?

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Unmoralisches Angebot? Baden-Württembergs öffentliches Werben um Berliner Junglehrer gefällt auch der BVG nicht. -Foto: Wolff

500 der schwarz-beigen Plakate hängen in ganz Deutschland, auch auf Berliner Bahnstationen. „Sehr guten Morgen, Herr Lehrer!“ steht darauf. Und der Aufruf: „Jetzt bewerben“. Mit einer 375 000 Euro teuren Werbekampagne versucht das unter Lehrermangel leidende Baden-Württemberg derzeit, Pädagogen nach Süddeutschland zu locken.

Hat das landeseigene Unternehmen BVG kein Problem damit, dass auf ihren Bahnhöfen versucht wird, Berliner Kindern die Lehrer abzuwerben? „Die Plakate sind eine politische Ohrfeige,“ sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz dem Tagesspiegel. Man habe aber weder die Möglichkeit noch das Interesse einzugreifen. Einerseits seien Motiv und Inhalt nicht sittenwidrig, andererseits seien leere Werbeflächen immer schlecht. Um anstößige Werbung auf BVG-Stationen zu vermeiden, stehe man ständig im Dialog mit der Wall AG, die die Flächen gemietet hat und 15 der Lehrer-Plakate aushängt. Weitere 45 hängt die Firma Ströer im gesamten Stadtgebiet – noch bis zum 23. Februar.

Die Planung für die bundesweite Kampagne – auch in Baden-Württemberg hängen Plakate – hat nach Auskunft des Stuttgarter Kultusministeriums zwar schon Ende Dezember 2008 begonnen. In Berlin haben die smarten Slogans der Schwaben allerdings ein Geschmäckle. So ließ Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) gestern mitteilen, er halte es für notwendig, „die Länder in die Pflicht zu nehmen, nicht Kostgänger – vor allem Berlins – zu sein, sondern selbst ihren Ausbildungsverpflichtungen nachzukommen."J.O.

Sollte sich die BVG - ein landeseigenes Unternehmen - weigern, wenn versucht wird, Berliner Kindern ihre Lehrer abzuwerben? Was meinen Sie? Schreiben Sie einen Kommentar unter diesen Artikel!

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