Berlin : Ikea expandiert im Osten

Möbelkonzern holt Pläne für Lichtenberg wieder aus der Schublade, will die Kosten für den Standort Landsberger Allee aber senken

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Ikea plant ein weiteres Einrichtungshaus in Berlin: An der Landsberger Allee nahe der Rhinstraße in Lichtenberg soll 2008 eine Filiale mit 21 000 Quadratmetern Verkaufsfläche eröffnen. Bisher hat der schwedische Möbelkonzern bereits Standorte in Spandau und am Sachsendamm in Schöneberg; eine weitere Niederlassung gibt es in Waltersdorf nahe der Stadtgrenze.

In Lichtenberg ist es der zweite Anlauf für einen Neubau. 2004 hatte Ikea das Projekt zurückgestellt. Angesichts der wirtschaftlichen Lage lohne eine Expansion in Berlin nicht mehr, hieß es damals. Jetzt soll bei den Baukosten gespart werden. Ikea-Sprecher Kai Hartmann schätzt die Investitionen auf 40 Millionen Euro – fünf Millionen weniger als ursprünglich veranschlagt. Dafür wurde die Idee aufgegeben, architektonisch aus dem üblichen Rahmen zu fallen. Besonderheiten wie eine Glasfassade und ein Atrium entfallen. Das Haus soll die übliche blau-gelbe Metallfassade erhalten.

Lichtenbergs Stadtentwicklungs-Stadträtin Katrin Lompscher (PDS) begrüßte die Ansiedlungspläne. Das Bezirksamt wolle auch geänderte Pläne unterstützen. Nötig sei aber „eine erneute Vorstellung des Projekts“, bisher liege kein genaues Konzept vor. Die Stadträtin hat Verständnis dafür, dass Ikea sparen will: „Wir müssen die wirtschaftlichen Bedingungen zur Kenntnis nehmen.“ Voraussichtlich könne 2007 der Bauantrag gestellt und die Baugenehmigung erteilt werden. Mit der Eröffnung sei dann in der zweiten Jahreshälfte 2008 zu rechnen. „Ikea macht das immer im Frühherbst zur Katalog-Umstellung.“ Laut Ikea-Sprecher Hartmann dauert ein Neubau normalerweise acht bis zehn Monate.

Zur Kostensenkung soll auch der Verzicht auf eine Tiefgarage beitragen. Die Parkplätze entstehen oberirdisch direkt an der Landsberger Allee. Dort war ursprünglich das Einrichtungshaus selbst geplant. „Jetzt soll es zurückgesetzt werden“, sagt Stadträtin Lompscher. Auch dies spare Geld, weil sonst ein großer „Geländesprung“ auf dem unebenen Areal auszugleichen sei. Der Bezirk fordert aber, dass Passanten von der Straße her nicht nur auf Stellplätze blicken. Ikea habe dazu bereits Vorschläge gemacht, darunter „Werbe-Pylone auf Gerüsten und Vitrinen darunter“, heißt es.

In der Nachbarschaft gibt es bereits Möbelmärkte. Der dortige Grundstückseigentümer plant seit längerem eine Vergrößerung der Verkaufsfläche, allerdings steht der Baubeginn nicht fest. Aus Sicht der Stadtentwicklungs-Dezernentin spricht nichts gegen eine Ballung von Einrichtungsmärkten an der Landsberger Allee. Auch Ikea habe damit kein Problem, sagte Lompscher: „Die Märkte können voneinander profitieren.“ CD

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