Berlin : Ikea: Spandau knutscht den Elch

Rainer W. During

An der Ruhlebener Straße wird heute Nachmittag der Grundstein für das größte Ikea-Einrichtungshaus in Deutschland gelegt. Wie berichtet, erfolgt der Neubau bei laufendem Betrieb der bisherigen Verkaufsstätte. Rund 120 Millionen Mark investiert der schwedische Möbelkonzern in Spandau und schafft etwa 100 zusätzliche Arbeitsplätze.

Das Spandauer Ikea-Haus mit gegenwärtig 400 Beschäftigten gilt als eine der umsatzstärksten Filialen in der Bundesrepublik. Es war 1979 als eine der ersten Niederlassungen des schwedischen Unternehmens in Deutschland eröffnet worden. Angesichts des seit dem Mauerfall vergrößerten Einzugsbereiches erfüllte es nicht mehr die Anforderungen.

"Die Ikea-Erweiterung stellt einen wichtigen Baustein in der positiven Entwicklung des Bezirkes dar", betont Bürgermeister Konrad Birkholz (CDU). Deshalb habe die Verwaltung durch eine schnelle Bearbeitung des Bauantrages zur Standort- und Arbeitsplatzsicherung beigetragen. Nach nur fünf Monaten hatte der Bezirk Spandau im Dezember letzten Jahres die Baugenehmigung erteilt, ein Tempo, das selbst der Geschäftsführer der Ikea Verwaltungs GmbH, Hans Schaefer, damals als "sehr ungewöhnlich" bezeichnete.

Erst im Februar war mit dem Neubau eines Parkhauses mit zunächst 1000 Stellplätzen am Gewerbehof begonnen worden. Parallel zu dessen Fertigstellung wurden im Juni Vorarbeiten auf dem bisherigen Behelfsparkplatz westlich des vorhandenen Ikea-Kaufhauses eingeleitet. Nach dem Abriss der alten Parkpalette an der Ruhlebener Straße kann jetzt mit dem Neubau des eigentlichen Möbelhauses begonnen werden, für den heute der offizielle Startschuss fällt.

Der Kundenzugang zum existierenden Verkaufsbereich befindet sich während der Arbeiten an der Straße "Am Gewerbehof". Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnitts wird hier das bisherige Kaufhaus einziehen. Anschließend wird das alte Gebäude abgerissen. An dieser Stelle entsteht dann der zweite Abschnitt des zweigeschossigen Neubaus. Dort werden dann auch Lager und Warenausgabe integriert, die sich bisher auf der anderen Straßenseite des Gewerbehofes befanden. Das alte Lagerhaus wird ebenfalls abgerissen und weicht einer Erweiterung des Parkhauses auf dann insgesamt 1770 Stellplätze.

Insgesamt verdoppelt sich die Verkaufsfläche von 9300 auf etwa 20 000 Quadratmeter. Im Erdgeschoss werden sich Eingangsbereich, Markt- und SB-Halle, Ausgangszone mit Bistro, Warenannahme und Lager befinden. Im Obergeschoss entstehen neben einer Möbelausstellung und dem Restaurant auch die Gebäudetechnik sowie Büros und Sozialräume für die Mitarbeiter. Das Angebot wird die typische Palette des "unmöglichen" Möbelhauses mit dem Elch als Wappentier umfassen und nach neuestem Firmenstandard präsentiert werden. Die Zahl der Kassen wird von 17 auf 40 erhöht, der Gaststättenbereich über statt bisher 140 künftig über 400 Plätze verfügen. Die Eröffnung des kompletten Neubaus, der dann der größte der 25 Ikea-Standorte in Deutschland sein wird, ist für den 29. November 2002 vorgesehen.

Um den Verkehr optimal anzubinden, finanziert Ikea neben dem Bau einer vierspurigen Zufahrt auch die Umgestaltung der Kreuzung Charlottenburger Chaussee, Ruhlebener- und Teltower Straße zu einem neuen Verkehrsknotenpunkt. Baustadtrat Carsten Michael Röding (CDU) bezeichnete die Erweiterung des Ikea-Marktes als "ersten Baustein" für die bezirklichen Planungen eines Möbelfachmarktzentrums im Bereich des Gewerbehofes nördlich der Ruhlebener Straße. "Die planungsrechtlichen Rahmenbedingungen für weitere Ansiedlungen, und damit auch von Arbeitsplätzen, werden derzeit vom Bezirksamt Spandau im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens betrieben", erklärte der Kommunalpolitiker.

Wie berichtet, soll in dem Areal zwischen Charlottenburger Chaussee und Pichelswerderstraße für rund 70 Millionen Mark eine neue Filiale von Möbel-Höffner entstehen, die mit 40 000 Quadratmetern Verkaufsfläche doppelt so groß wie das neue Ikea-Haus geplant wird. Dazu gehört auch eine Tiefgarage mit 600 Stellplätzen. Die Erschließung soll über eine gemeinsame Zufahrt organisiert werden. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2002 vorgesehen, gerechnet wird mit etwa 250 Arbeitsplätzen.

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