Berlin : Ikea wächst: Mehr Platz für Billy und Bonde

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Ikea an der Ruhlebener Straße soll zum größten Standort des schwedischen Einrichtungshauses in Deutschland ausgebaut werden. Insgesamt ist in Spandau eine Investition von rund 120 Millionen Mark geplant, erklärte Firmensprecher Christian Maaß auf Anfrage. 150 neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Ein Bauantrag ist bereits gestellt, bestätigte Baustadtrat Carsten Röding (CDU).

Gegenwärtig ist Ikea dabei, die älteren der 25 Niederlassungen in Deutschland zu modernisieren und zu erweitern. Die Spandauer Filiale zählt dem Vernehmen nach zu den umsatzstärksten Häusern. Sie ist bereits 1979 eröffnet worden, zu einem Zeitpunkt, als es nur galt, den Bedarf im damaligen West-Berlin zu decken. So bringt die steigende Nachfrage auch zunehmend Engpässe mit sich. Spandau ist der einzige Ikea-Standort, an dem die Warenausgabe in einem separaten, durch eine Straße vom Verkaufsbereich getrennten Gebäude erfolgen muss. Die Kunden sind gezwungen, einen Fußweg zurückzulegen.

Die Verkaufsfläche wird von 9200 auf 25 000 Quadratmeter vergrößert, teilte der stellvertretende Geschäftsführer des Spandauer Hauses, Ronald Kunde, mit. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen bereits benachbarte Grundstücke angekauft. Um den Kundenbetrieb nicht zu unterbrechen, soll zunächst der ebenfalls zweigeschossige Neubauteil errichtet und dann mit dem Umbau und Teilabriss der alten Gebäude begonnen werden. Das bisherige Lager mit der Warenausgabe wird einem neuen Parkhaus weichen, die Zahl der Stellplätze steigt damit von gegenwärtig 975 auf 2000. Der Baubeginn ist für den Anfang des kommenden Jahres geplant, die Gesamtfertigstellung im Sommer 2002 vorgesehen. Mit der Eröffnung des Neubaus wird die Zahl der Arbeitsplätze auf 550 steigen, sagte Christian Maaß ferner. Zur Zeit sind in Spandau 400 Mitarbeiter beschäftigt.

Ungeachtet der Erweiterung hält Ikea nach Angaben des Sprechers auch an den Plänen für ein weiteres Einrichtungshaus in Hohenschönhausen fest. Dafür soll Anfang November ein Architektenwettbewerb gestartet werden, so der Sprecher. Mit Ergebnissen rechne man zum Jahresende.

Der Bezirk begrüße es, wenn das Einrichtungshaus den Standort erweitert, das Angebot vergrößert und zusätzliche Arbeitsplätze schafft, erklärte Baustadtrat Röding. Nach Eingang des Bauantrages werden jetzt im Rathaus die planungsrechtlichen Voraussetzungen geprüft. Man sei um eine schnelle Klärung aller Fragen bemüht. "Wir wollen nicht, dass Ikea auf die grüne Wiese geht." In Spandau ist man entschlossen, die nach dem Mauerfall ins Umland abgewanderte Kaufkraft zurückzuholen. Im November nächsten Jahres ist die Eröffnung des Einkaufszentrums SpandauArcaden geplant, das neben dem Fernbahnhof, nur gut einen Kilometer von Ikea entfernt, entsteht.

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