ILA : Auf Augenhöhe mit den Piloten

Nur wenige finden auf der ILA den Weg zum Baustellenturm. Er bietet beste Sicht auf die Flugshows.

Claus-Dieter Steyer
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Traum vom Fliegen. Bei der ILA können die Besucher testen, wie es sich anfühlt, im Cockpit eines Tornados zu sitzen. -Foto: Davids/Hilse

Die Musik hat gegen den Fluglärm keine Chance. Da kann der DJ seine Boxen noch so stark aufdrehen und mit blumigen Worten um Aufmerksamkeit werben. Er wird am Rande der Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) von den Besuchern in Schönefeld einfach nicht wahrgenommen, obwohl er für den schönsten Beobachtungsplatz Reklame macht. Der für die Baustelle des Großflughafens im Vorjahr eröffnete Infoturm bietet ein einzigartiges Panorama. Seine Plattform in 32 Meter Höhe lässt die startenden und landenden Flugzeuge und die spektakulären Shows am Himmel aus einer faszinieren Perspektive verfolgen. „Man schaut den Piloten ja fast in die Augen“, sagt eine Besucherin aus Stendal, die den Turm neben der Halle 4 eher zufällig gefunden hatte. Am gestrigen Vormittag war sie mit ihrem Begleiter zeitweilig fast allein auf der Plattform.

Nach drei Fachbesuchertagen öffnete die Internationale Luftfahrtausstellung (ILA) gestern ihre Türen für das allgemeine Publikum. Zehntausende Besucher strömten schon am Vormittag auf das Gelände. Die ILA kann heute und morgen von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. Erwartet werden insgesamt rund 200 000 Besucher. Eine Karte kostet 17 Euro, ermäßigt 11 Euro. Kinder bis sechs Jahre sind frei.

Gestern hatten viele Besucher die Hitze unterschätzt, zumal es auf dem Freigelände kaum schattige Plätze gibt. „Unsere Basecaps gehen fast genauso gut weg wie die kleinen Plastikstücke für den Gehörschutz“, sagte die Verkäuferin am ILA-Souvenirshop. Wohl auch deshalb strömte die Menge bald in die großen Ausstellungshallen mit ihren Modellen, Apparaturen und Computersimulationen. Spätestens nach der Mittagszeit gehörten die schmalen Schattenstreifen außerhalb der Gebäude zu den bevorzugten Ruheplätzen. Viele hatte allein die Anreise geschafft. „Genau eine Stunde brauchten wir vom Parkplatz bis zum ILA-Gelände, so lange dauerten Sicherheitskontrolle und die Fahrt mit dem Shuttle-Bus“, sagte Irene Klopfer aus Reinickendorf. Zum Glück habe sie auf die Mitnahme des fünfjährigen Enkelkindes verzichtet. Der Junge wäre bei den Besuchermassen schnell unruhig geworden, sagte sie.

Die drängten sich vor allem um den Airbus A 380, die riesigen amerikanischen Militärmaschinen und um den gestern gelandeten Rosinenbomber DC-3 „Dakota“ aus England. Den besten Blick auf ihn bot sich wieder vom „versteckten“ Infoturm. Der Besuch des Turms während der ILA ist übrigens kostenlos. „Er ist täglich zwischen 10.30 und 18 Uhr geöffnet“, sagte Ralf Kunkel, Pressesprecher der Flughafen-Schönefeld-Gesellschaft. Erst seit einigen Tagen gibt es am Fuße des Turms eine Ausstellung über den Großflughafen. Auch dafür wirbt der DJ bislang eher erfolglos.

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