• ILA: Potsdam genehmigt den Auftritt der französischen Kunstflugstaffel - Aber keine Erlaubnis für die IL-18

Berlin : ILA: Potsdam genehmigt den Auftritt der französischen Kunstflugstaffel - Aber keine Erlaubnis für die IL-18

Rainer W. During

Das brandenburgische Verkehrsministerium hat den Formationsflug der französischen Kunstflugstaffel "Patrouille de France" während der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung auf dem Flughafen Schönefeld genehmigt. Verweigert hat dagegen das Luftfahrtbundesamt den Einflug einer russischen Iljushin IL-18. Die Turbopropmaschine, die einst im Dienste der Interflug stand, sollte auf der ILA zu Rundflügen starten.

Nachdem das Bundesverkehrsministerium seine Zustimmung gegeben hatte, wurde die Erlaubnis zur Teilnahme der "Patrouille de France" erteilt, so der Sprecher des Ministeriums, Hartmut Heidenreich. Wie berichtet, wird es jedoch kein Kunstflugprogramm geben. Solche Programme sind in Deutschland seit der Katastrophe von Ramstein verboten. Erlaubt ist lediglich ein Vorbeiflug von acht Alpha-Jets in Formation, bei dem sich die Tragflächen der Maschinen nicht überlappen dürfen. Es handelt sich um den ersten Auftritt einer mit Strahlflugzeugen ausgestatteten, militärischen Kunstflugstaffel in der Bundesrepublik seit 1988.

Mit der Begründung, dass die Qualifikation der Besatzung und die Flugsicherheit der Maschine nicht ausreichend nachgewiesen seien, hat das Luftfahrtbundesamt indessen kurz vor dem Start nach Berlin einer russischen Iljushin IL-18 den Einflug nach Deutschland verweigert. Die "Iljushin-18 Flight Association Germany" (I.F.A.G.) wollte mit der ehemaligen Interflug-Maschine auf der ILA an den Start gehen. Das Flugzeug gehört der im arabischen Emirat Sharjah beheimaten Phoenix, einer Tochterfirma der russischen Fluggesellschaft Ram Air und trägt eine bosnische Zulassung.

Mitglieder des Vereins hätten sich in Sharjah vom einwandfreien Zustand der Maschine überzeugt, alle geforderten Unterlagen seien eingereicht worden, sagte I.F.A.G.-Sprecher Lutz Schönfeld. Die beiden Vorsitzenden sind ehemalige IL-18-Besatzungsmitglieder und heute selbst bei der Brandenburger Luftaufsicht und beim Luftfahrtbundesamt beschäftigt. Die Mitglieder des Clubs, der eine IL-18 als fliegendes Museum betreiben möchte, vermuten, dass der Auftritt des Traditionsmodells der DDR-Fluggesellschaft "politisch nicht erwünscht" sei. Eine Stellungnahme des Luftfahrtbundesamtes war wegen des gestrigen Feiertags nicht zu erhalten.

Heute sollte die Maschine in Schönefeld eintreffen, am Sonnabend ein Nostalgieflug nach Erfurt starten. Fünf Rundflüge waren bereits ausgebucht, zusätzlich hatten die Projektplanungsgesellschaft Schönefeld, das Abfertigungsunternehmen GlobeGround und ein privater Veranstalter Charteraufträge erteilt. Auch der Tagesspiegel hatte zwei Rundflüge zur Verlosung ausgeschrieben. Wir werden die Teilnehmer über das endgültige Ergebnis bzw. einen Ersatz informieren. Nach der ILA sollte die Iljushin im schweizerischen Dübendorf starten. Jetzt muss man alle Flüge absagen.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben