Berlin : Illegale Beschäftigung: Den weißen Spargel schwarz verkauft

I.B.

Bei einer Razzia unter 70 ambulanten Obst- und Gemüseverkäufern in den Randbezirken Berlins sind 60 Prozent der Verkäufer als Arbeitslose überführt worden. Das Landesarbeitsamt Berlin-Brandenburg teilte am Dienstag mit, die 48 aus Berlin und Brandenburg stammenden Verkäufer bezögen neben den Einkünften aus dem Verkauf von Beelitzer Spargel oder Werderaner Kirschen zu Unrecht Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe. Etwa ein Drittel der Händler war nicht ordnungsgemäß zur Sozialversicherung gemeldet. Dabei handele sich um Gewerbetreibende, nicht um Anwohner, die eigenes Obst und Gemüse über den Gartenzaun verkaufen, betont Klaus Pohl vom Landesarbeitsamt.

Eine derart hohe Quote illegaler Beschäftigung sei bisher in keinem anderen Wirtschaftszweig festgestellt worden. "Die Quote auf Baustellen und in Gaststätten, den bisherigen Schwerpunkten für derartige Leistungserschleichung, liegt bei 20 beziehunsgweise 30 Prozent", sagt Pohl. Die ermittelten Täter müssen die erhaltenen Sozialleistungen zurückzahlen. Außerdem werden gegen sie Strafanzeigen erstattet oder Bußgeldverfahren eingeleitet.

Man habe die Gemüse- und Obststände an den Ausfallstraßen Berlins - zum Beispiel am Mariendorfer Damm, an der Fürstenwalder Allee und dem Müggelheimer Damm - in diesem Jahr das erste Mal unter die Lupe genommen, sagt Pohl. Im Gegensatz zu den großen Wochenmärkten im Berliner Zentrum, die regelmäßig von den Bekämpfungstrupps gegen die illegale Beschäftigung überprüft werden. Dabei stellten die Arbeitsämter mit 20 Prozent eine wesentlich niedrigere Quote von Leistungsmissbrauch fest als bei den jetzt überprüften ambulanten Gemüsehändlern.

Die am Ortsrand von Berlin an Ausfallstraßen anzutreffenden Verkaufsstände werden laut Arbeitsamt meist von einem oder zwei Verkäufern betrieben.

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