Berlin : Illegale Reise gen Westen Mutmaßliche Schleuser vor Gericht

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Die illegale Reise kostete bis zu 18 000 US-Dollar. Sie begann irgendwo in Asien und führte über Osteuropa nach Berlin. Für die einen war es eine Fahrt ins Ungewisse, für die anderen ein Geschäft. Fünf Männer und drei Frauen aus Vietnam und Deutschland sollen in unterschiedlicher Tatbeteiligung mindestens 50 Asiaten eingeschleust haben. Einige seien nach kurzen Aufenthalten in Wohnungen in Pankow, Prenzlauer Berg und Lichtenberg weiter nach Italien und Frankreich gebracht worden. Seit gestern wird der Fall vor dem Landgericht verhandelt.

Von einem bandenmäßigen Menschenschmuggel geht die Anklage aus. Als Haupttäter gelten drei Vietnamesen im Alter von zwischen 18 und 36 Jahren. Sie schwiegen zu Beginn des Prozesses. Ein Geständnis legte der einzige Deutsche auf der Anklagebank ab. Betriebswirt Ralph H. (44) hatte demnach im Juni 2005 drei Vietnamesen in seinem BMW nach Paris geschleust. Knapp drei Monate später brachte er vier illegale Chinesen nach Mailand. Bei der dritten Tour wurde er gefasst. H. war nach eigenen Angaben von einem der Hauptangeklagten, mit dem er seit Jahren befreundet ist, angeheuert worden. Er habe Benzingeld und 250 Euro pro Person bekommen. „Teils aus Gefallen, teils aus Eigennutz willigte ich ein“, sagte H vor Gericht. Es mache ihm Spaß, mit dem Auto herumzufahren. Der Prozess wird am 8. September fortgesetzt. K. G.

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