Berlin : Im Auge des Hurrikans

Elisabeth Binder

Brasilien hat wirklich schöne Frauen. Zum Beispiel Lilian de Mello Bomeny. Sie sieht aus wie 35, hat aber fünf Kinder und schon 13 Enkelkinder, und ist tatsächlich Jahrgang 1941. Die Malerin hat jetzt einige ihrer besten Frauenbilder nach Deutschland gebracht. Schöne, farbenfroh gewandete weibliche Wesen sind das, zum Teil mit harmonischen Doppelgesichtern und großen Augen. Die Königin des Meeres ist dabei und die Königin der Pflanzen.

Auch ein Selbstporträt gehört zu dieser Kollektion, das die Künstlerin mit den sechs Mädchen zeigt, deren Großmutter sie ist. Die Gruppe sitzt unter einem roten Sonnenschirm mit goldenem Drachen, dessen Krallen den Ladys Schutz bieten soll. Die Sonne und der Weg zur Sonne sind Lieblingsmotive von Lilian de Mello Bomeny. Sie haben sie immer begleitet durch ihr künstlerisches Leben.

Dabei beschränkte sich ihr Leben nie aufs Malen und aufs Großziehen der Kinder. Nebenbei baute sie mit Freunden eine Schule auf und half 140 Straßenkindern, ein Zuhause zu finden. Außerdem gründete sie das Projekt „Mudar“, das übersetzt „ändern“ heißt und Obdachlosen mit einer Blumenkunsttherapie hilft. Brasilien hat energievolle Frauen mit weiten Herzen. Und mutig sind sie auch, denn mutige Frauen scheuen das Auge des Hurrikans nicht, weil sie wissen, dass es da am stillsten ist.

Zu sehen sind die Frauenbilder in der Walentowski-Galerie im Hotel Adlon, täglich von 10 bis 19 Uhr. Für alle, die eine Allergie gegen Fußballkader haben, mag es nützlich sein zu wissen, dass diese Galerie von der Straße Unter den Linden aus direkt zugänglich ist.

Ganz andere Frauenbilder zeigen junge Figurentheaterkünstlerinnen an diesem Wochenende im Puppentheater „Die Schaubude“. Informationen über das Wochenende von Frauen über Frauen gibt es unter Telefonnummer 4234314 oder im Internet unter der Adresse www.schaubude-berlin.de.

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