Berlin : Im Bahnhof Zoo hält künftig doch ein Fernzug

Die Vogtlandbahn stoppt in der City-West Connex-Züge dürfen dagegen nicht nach Berlin

Der Bahnhof Zoo bleibt nach dem Fahrplanwechsel am 28. Mai 2006 nach derzeitigem Stand fast komplett ohne Fernverkehr. Die Bahn AG lässt ihre Züge ohne Halt durch den Bahnhof fahren, und das private französisch-deutsche Unternehmen Connex kann auch nicht, wie vorgesehen, mit seinen Zügen aus Westerland zum Bahnhof Zoo fahren. Die Bahn hat die Fahrt durch den Hauptbahnhof in Hamburg verweigert. Für die Connex-Züge gebe es dort keinen Platz. Dafür hält aber mit dem Vogtlandexpress aus Hof/Plauen wenigstens einmal am Tag noch ein Zug des Fernverkehrs.

Der Geschäftsführer der Vogtlandbahn, Tobias Richter, setzt dabei voll auf die Attraktivität des Bahnhofs Zoo.

Er erwartet, dass die Zahl der Fahrgäste steigen wird, wenn der Vogtlandexpress statt wie jetzt nach Lichtenberg über die Stadtbahn bis zum Bahnhof Zoo fährt. Stopps gibt’ s im Ostbahnhof sowie in den Stationen Alexanderplatz und Friedrichstraße. Den neuen Hauptbahnhof dagegen will Richter mit seinen Zügen ohne Halt passieren. „Dort gibt es keine Nachfrage für uns“, sagt Richter. Aus- und Einsteiger gebe es in dieser städtebaulichen Brache nicht. Ans Nahverkehrsnetz der Stadt sei der Hauptbahnhof nur über die Regionalbahn und die S-Bahn sowie durch Busse angeschlossen. Die Bahnhöfe Alexanderplatz, Friedrichstraße und Zoo seien dagegen auch bequem mit der U-Bahn zu erreichen. „Das ist für uns viel attraktiver“, so Richter. Zudem verlange die Bahn zu viel Geld für den Stopp im Hauptbahnhof.

Weiter zum Bahnhof Zoo zieht es auch Connex. „Wir haben noch nicht aufgegeben“, sagte Unternehmenssprecher Matthias Röser. Ein Gutachter habe nachgewiesen, dass die Connex-Züge aus Westerland den Hauptbahnhof in Hamburg passieren könnten, wenn die Bahn bei der Gleisnutzung flexibler sei. Im Hamburger Hauptbahnhof sind die Gleise häufig blockiert, weil zahlreiche Züge dort enden und bis zur Rückfahrt im Bahnhof stehen bleiben.

Connex will zwei oder drei Mal am Tag seine Regionalzüge aus Westerland bis Berlin verlängern. Das Unternehmen hat den Zuschlag für die Strecke Westerland – Hamburg erhalten, weil es das günstigste Angebot abgegeben hatte. Bisher fahren dort die Züge der Bahn AG.

Ziel sei es, so Röser, schneller als der Bus und nicht so teuer wie der ICE zu sein. Die Fahrzeit nach Hamburg wäre aber länger als beim ICE. Dass Kunden auf günstige Preise reagierten, zeige der Buslinienverkehr zwischen Berlin und Hamburg. Bis zu zwölf tägliche Verbindungen gibt es hier; Hin- und Rückfahrten sind ab 30 Euro im Angebot. Die einfache Fahrt mit dem ICE kostet derzeit 55 Euro.

Auch die Vogtlandbahn lockt mit günstigen Preisen. Die Fahrt nach Hof soll 28 Euro kosten, die Bahn verlangt zwischen 40 Euro und 54 Euro.

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