Berlin : Im Dorf lassen

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Bernd Matthies über die katholischen Kirchen und ihre unsichere Zukunft

Was sehen wir beim Blick über die Stadt? Hochhäuser, den Fernsehturm, den Funkturm. Und dann vor allem Kirchen. Nicht alle sind so majestätisch wie der Berliner Dom oder so symbolhaltig wie die Gedächtniskirche, viele eher unauffällig und architektonisch belanglos. Doch wollen wir auf sie verzichten?

Die Katholische Kirche hat Schulden und, gemessen an der Zahl der Benutzer, zu viele Kirchen. Dass sie sie verkaufen will, ist also verständlich. Doch Verkauf bedeutet in diesen Fällen auch Abriss; man möchte eine eventuelle Entweihung verhindern. Die evangelische Kirche macht es anders: In der Spandauer Lutherkirche wird gewohnt, manch anderes Gotteshaus dient als profaner Konzertsaal, in Amerika sogar da und dort als Disko.

Das ist für engagierte Katholiken nur schwer zu ertragen. Aber macht der Abriss die Sache leichter? Wenn wir zur Gelassenheit mahnen, sagen wir gern, man möge die Kirche im Dorf lassen. Aber auch in der Stadt wird sie noch gebraucht. Und sei es nur als seelische Orientierungshilfe.

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