Berlin : Im Ernstfall haftet der Staat

Versicherung für Bilder wäre zu teuer. Wachdienste im Einsatz

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Der Veranstalter ist selbst für seine Kunstwerke verantwortlich – sagt die Berliner Polizei. Die 2,4 Milliarden Euro wertvollen Kunstwerke in der MoMAAusstellung werden von privaten Wachleuten geschützt. „Eigentum verpflichtet“, sagt ein leitender Beamter lapidar. Die Neue Nationalgalerie ist von der Polizei für die Dauer der Ausstellung lediglich in die niedrigste Stufe von Schutzmaßnahmen (Klasse 6) aufgenommen. Das bedeutet, dass Funkstreifen, die gerade keinen aktuellen Einsatz haben, nur sporadisch am Museumsbau an der Potsdamer Straße vorbeifahren. Dies habe der Veranstalter in Gesprächen mit der örtlich zuständigen Polizeidirektion 3 akzeptiert.

Nach Informationen des Tagesspiegels haben sich die deutschen Sicherheitsbehörden viel mehr mit einer möglichen Anschlagsgefahr beschäftigt als mit der Gefahr eines spektakulären Kunstraubes. Da das MoMA aus den USA kommt, haben das Bundeskriminalamt und der Staatsschutz des Landeskriminalamtes Gefährdungsanalysen erstellt. Überraschendes Ergebnis: keine Bedrohung.

Das erfreut nicht nur die Polizei, sondern auch Finanzminister Eichel. Denn sollte eines oder alle 212 Meisterwerke abhanden kommen, zerstört oder beschädigt werden, zahlt die Bundesrepublik Deutschland. Kulturstaatsministerin Christina Weiss hat die Schau mit einer so genannten Staatshaftung abgesichert – denn eine Versicherung wäre unbezahlbar. „Die Panzer der Bundeswehr sind ja auch nicht bei der Allianz versichert“, so kommentiert es das Bundespresseamt. Im Ernstfall muss der Steuerzahler also für diese 2,4 Milliarden Euro geradestehen. Dass Ganoven sich in der Nationalgalerie versuchen, halten Experten für unwahrscheinlich. Denn die MoMA-Werke sind dermaßen bekannt, dass sie weltweit unverkäuflich sind. Aber die Nationalgalerie ist gewarnt: Im Mai 1988 nahm ein Unbekannter ein Bild des britischen Malers Lucian Freud einfach vom Haken. Es tauchte nie wieder auf. Ha

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