Berlin : IM GERICHT

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Tod eines Drogendealers:

Zwei Jugendliche angeklagt

Nach einem Streit um Geschäfte mit harten Drogen sollen die Jugendlichen zugestochen haben: Acht Monate nach dem Tod eines Drogendealers müssen sich seit gestern zwei 15- und 16-jährige Libanesen vor dem Landgericht verantworten. Der ältere Angeklagte soll dem 32-jährigen Opfer in der Liebenwalder Straße in Wedding ein Messer in den Oberkörper gerammt haben. Der 15-Jährige habe dem Mann mit einem harten Gegenstand auf den Kopf geschlagen. Der Prozess findet aus Jugendschutzgründen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die beiden Angeklagten waren ohne Eltern nach Deutschland gekommen. Beide wurden vom Jugendamt betreut. Doch sie sollen bald ihr Geld mit Drogen verdient haben. Der 15-Jährige ist nach Angaben seines Anwalts als Kleindealer vorbestraft. Am Tod des Mannes aber sei sein Mandant nicht schuldig. Es sei „strittig, wer das Messer führte und wer in den Streit verwickelt war“. Der Messerstecherei auf offener Straße war eine lautstarke Auseinandersetzung vorausgegangen. Es gibt mehrere Zeugen, darunter eine Frau, die laut Anklage von dem 16-Jährigen bedroht wurde, damit sie nicht zur Polizei gehe.

Das Urteil in dem Prozess um Totschlag ist für den 21. Februar vorgesehen. K. G.

Monatelang auf Kosten

der Nachbarn telefoniert

Bei der Rechnung stockte der 66-jährigen Telekom-Kundin der Atem: 186 Euro! Dabei hatte sie nicht mehr telefoniert als in anderen Monaten, die immer bei rund 25 Euro lagen. Weitere Rechnungen fielen deutlich höher als erwartet aus. Da protestierte die Spandauer Rentnerin, und die Telekom stieß auf eine manipulierte Leitung: Ein Nachbar hatte sich einen illegalen Anschluss verschafft. „Der legale Weg ging leider nicht mehr – wegen meiner Schulden“, gestand der Tischler vor Gericht.

Er sei „handwerklich sehr begabt“, sagte der 36-jährige Hartz-IV-Empfänger. Weil er auf nächtliche Gespräche mit seiner neuen Freundin nicht verzichten wollte, machte er sich am Verteilerkasten im Keller zu schaffen. Im letzten Sommer wurde er deshalb bereits zu einer Geldstrafe verurteilt. Doch nur zwei Wochen später telefonierte er wieder auf Kosten anderer, verursachte bei seiner 66-jährigen Nachbarin Rechnungen von insgesamt 466 Euro. Das zweite Urteil fiel deutlich aus: Wegen Störung von Telekommunikationsanlagen fünf Monate Haft auf Bewährung, außerdem 200 Stunden gemeinnützige Arbeit. Die Rentnerin hofft nun, dass ihr die Telekom zumindest einen Teil des Geldes erstattet.K. G.

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