Berlin : …im Grunewald

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Für einen Augenblick sah der See aus, als wäre er mit Blei gefüllt; die Luft stand still. Hunderte Menschen an den Badestränden rund um den Schlachtensee betrachteten fasziniert das Naturschauspiel – als bedrohlich empfanden es zu diesem Zeitpunkt nur wenige. Doch dann brach der Orkan los. Riss Decken vom Rasen und die ersten Äste auf die Liegewiese. „Leute gerieten in Panik“, erzählt eine Mutter. Mit ihren zwei Kindern war sie noch eine halbe Stunde zuvor ins Wasser gesprungen. „Sand blies uns von den Uferwegen ins Gesicht, ich sah kaum mehr die Hand vor den Augen.“ Alles stürzte los. Kinder schrien, Mütter rissen die Kleinen mit sich. „Ein Radler fiel, wir wurden angerempelt, plötzlich war der Weg sehr eng. Die Leute rannten sich beinahe über den Haufen, weil sie nicht schnell genug vorankamen.“ So hat ein Student die Flucht von den Grunewaldseen erlebt. Eigentlich wollte er sich nach dem letzten Seminar ein bisschen abkühlen, doch nun lief er gleichfalls um sein Leben. Rechts und links krachten Bäume zu Boden, Äste flogen wie Geschosse durch die Luft. Wie durch ein Wunder wurde im Grunewald niemand verletzt.

Rettendes Ziel: Die ersten Häuser an der Fischerhüttenstraße oder am S-Bahnhof Schlachtensee. cs

STURMNACHT

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