Berlin : Im Interregio nach Berlin versteckte sich die ungiftige Schlange unter einer Sitzbank

CS

Sie drängte zur Freiheit und hatte Erfolg: Kurz vor Hannover entwich am Wochenende eine Kornnatter im Interregio von Münster nach Berlin aus ihrer Transportkiste und versteckte sich im hintersten Winkel eines Abteiles. Der Schrecken der Besitzerin war groß, die Aufregung anderer Fahrgäste ebenfalls, zumal das 70 Zentimeter lange Kriechtier verschwunden blieb.

Seine junge Besitzerin versicherte zwar, die Natter sei ungefährlich, aber der Zugchef wollte kein Risiko eingehen: Er ließ den Waggon räumen, dann verschloss er ihn und stellte die Heizung ab. Kaltblüter werden bekanntlich bei Kälte phlegmatisch. Unterdessen hatte der Interregio Berlin erreicht und die Bahn war in Sachen Schlangenkunde durch einen Anruf im Tierpark Friedrichsfelde schlauer geworden. Es handele sich tatsächlich um eine ungiftige Natterart, bestätigte dessen Reptilien-Experte Falk Dathe und eilte höchstpersönlich zum Bahnhof Lichtenberg, wohin man die rollende Schlangengrube rangiert hatte, um den Ausreißer zu fangen. Bundesgrenzschützer standen dem Zoologen zur Seite, gemeinsam nahmen sie eine Sitzbank auseinander, bis Dathes Faust sich um den Schlangenleib schloss.

Ein Routinegriff. Kornnattern gibt es schließlich auch im Tierpark. Sie kommen aus den USA, fressen Mäuse und sind für Terrarienfreunde, sagt Dathe, "eine Anfängerschlange". Deshalb durfte sich die junge Frau ihre Natter gestern in Friedrichsfelde wieder abholen.

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