Berlin : Im Landwehrkanal ertrunken

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Nach einem Sturz mit seinem Wagen in den Landwehrkanal ertrank gestern früh ein 31-jähriger Mann. Der Fahrer hatte gegen 2.25 Uhr in einer Rechtskurve auf dem Schöneberger Ufer vermutlich wegen überhöhter Geschwindigkeit auf der regennassen Fahrbahn die Gewalt über das Auto verloren. Das kam nach links von der Fahrbahn ab, prallte zunächst gegen einen Straßenbaum, durchbrach das Geländer am Ufer und stürzte in das an dieser Stelle rund 2,50 Meter tiefe Wasser. Um den genauen Unfallhergang klären zu können, bittet die Polizei Zeugen des Unfalls, sich zu melden.

Der Wagen landete mit dem Dach auf dem Grund des Kanals. Feuerwehrtaucher holten den Fahrer aus dem Wrack. Der Mann atmete bereits nicht mehr, wurde aber zunächst erfolgreich wiederbelebt und ins Rudolf-Virchow-Krankenhaus in Wedding gebracht. Dort starb er trotz der Bemühungen der Ärzte Stunden später.

Nach Auskunft der ermittelnden Verkehrsunfallbereitschaft der Polizei ist bisher noch nicht zweifelsfrei geklärt, ob der 31-Jährige auch das Auto gefahren hat. Zwar werde davon ausgegangen, aber die Feuerwehrtaucher fanden den Mann im hinteren Bereich des Autos. Er könne aber auch durch das einströmende Wasser und den ausgelösten Airbag nach hinten geschleudert worden sein. Ebenso sei es möglich, dass der Mann in Panik versuchte, durch die Heckscheibe aus dem Wagen zu kommen. Das Auto war auf den Bruder des 31-Jährigen zugelassen. Dieser fuhr es mit der Erlaubnis des Halters. Die Polizei lässt das Wrack nun auf mögliche technische Mängel untersuchen.

Im März 2000 ertranken zwei 20 Jahre alte Männer, als ihr mit fünf Menschen besetzter Wagen am Görlitzer Ufer in Kreuzberg in den Landwehrkanal raste. Der dabei ums Leben gekommene Fahrer hatte in seinen Geburtstag hineingefeiert und war vermutlich angetrunken.

Der bisher folgenschwerste Unfall, bei dem ein Auto ins Wasser stürzte, ereignete sich Mitte Dezember 1994. Damals fuhr ein 35-jähriger Mann aus Bonn am Lützowufer in den Landwehrkanal. Im Auto saß seine Familie. Bei dem Unfall starben die Eltern und die neun Jahre alte Tochter. Lediglich die damals zwölf Jahre alte Tochter konnte von der Feuerwehr gerettet und erfolgreich wiederbelebt werden. Der Unfallhergang konnte nie genau geklärt werden.

Glück im Unglück hatte Ende Februar 1996 ein Führerscheinneuling. Sechs Tage nach seiner Führerscheinprüfung durchbrach der 18-Jährige auf dem Reichpietschufer das Ufergeländer, nachdem er das Gaspedal mit der Bremse verwechselt hatte. Das Auto stürzte in den Kanal. Der Jugendliche blieb unverletzt. Er konnte sich selbst aus dem Kanal retten.

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